Kommentiert: Es geht um viel Geld

Kommentiert: Es geht um viel Geld

Pflege ist ein Thema, das jeden in Deutschland bewegt, hat der designierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag gesagt und entschlossene Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel angekündigt.

Aber so oder so ähnlich haben sich seine Vorgängerinnen und Vorgänger auch schon geäußert. Und wenig ist passiert in den vergangenen Jahren. Ob Spahn, sollte er tatsächlich Gesundheitsminister werden, mehr zustande bringen wird?

Skepsis ist angebracht, denn es geht um Geld, viel Geld. Mehrere Milliarden Euro werden nötig sein: einerseits um Pflegebedürftige angemessen finanziell zu unterstützen und sie aus der Bittstellerrolle gegenüber Pflegekassen und Sozialämtern herauszuholen, anderseits um Altenpflegerinnen und Altenpflegern endlich das Gehalt zu zahlen, das ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit gerecht wird.

Das Einstiegsgehalt in der Altenpflege liegt im öffentlichen Dienst bei rund 2330 Euro brutto, nach 15 Berufsjahren gibt es nur 3140 Euro. Private Heimträger zahlen oft weniger, denn einen allgemein verbindlichen Tarifvertrag gibt es in der Altenpflege nicht.

Nur einen Mindestlohn, der mit 10,55 Euro Stundenlohn zwar etwas über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt, aber immer noch beschämend niedrig ist. Spahn könnte das, wenn er wollte, innerhalb kurzer Zeit ändern. Mal schauen, was er machen wird!

Der Minister in spe könnte auch darauf hinwirken, dass möglichst schnell einheitliche Personalschlüssel eingeführt werden. Bislang gilt in jedem Bundesland eine andere Quote. Warum eigentlich? Pflege ist das Thema, das jeden in Deutschland bewegt. Wann bewegt sich endlich die Politik?