Region: Kommentiert: Der AKV wird mutig

Region: Kommentiert: Der AKV wird mutig

Auch dieses Mal scheint der AKV ein gutes Händchen bei der Wahl des nächsten Ordensritters bewiesen zu haben. Ordensritter?

Nein, nach siebenjähriger Enthaltsamkeit haben sich die Aachener Lackschuhkarnevalisten wieder für eine Frau entschieden.

Annegret Kramp-Karrenbauer, die saarländische Ministerpräsidentin, wird am 31. Januar 2015 zur Ritterin des Ordens wider den tierischen Ernst geschlagen. Und dabei mit Sicherheit eine gute Figur machen.

Die hat sie schon vor zwei Jahren bewiesen, als sie auf der AKV-Bühne vor der Ordensverleihung an Ritter Cem Özdemir einen phänomenalen und ausgesprochen humoristischen Auftritt hinlegte. So, als ob es ihre Bewerbungsrede für die Ritterwürde gewesen wäre.

Verdient hat die Frau die Auszeichnung allemal. Mehr als so mancher männliche Ritter vor ihr. Selbstironisch bezeichnet sich die saarländische Regierungschefin als „klassische Quotenfrau“, eine Monatszeitschrift betitelte sie gar als „Merkels Lafontaine“. Und ein beleidigter Rainer Brüderle (FDP) beschimpfte die CDU-Frau als „schwarze Sozialistin“, weil sie einen höheren Spitzensteuersatz forderte mit der Begründung, dass „starke Schultern mehr tragen könnten als schwache“.

Dabei ist sie eine Frau, die in der Masse kaum auffallen würde. Auf den ersten Blick würde man nie sagen, „die Frau hat Humor“. Aber der erste Blick täuscht. Seit vielen Jahren ist sie eine feste Größe auf den karnevalistischen Bühnen ihres Landes. Dort gibt sie die Putzfrau Gretel, die den saarländischen Landtag putzt, und zieht dabei auch über AKK (Annegret Kramp-Karrenbauer) her, die Frau mit dem ziemlich langen und fast unaussprechlichen Namen.