Kommentiert: Nicht beirren lassen!

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Kommentiert: Nicht beirren lassen!

Ein Kommentar von Daniel Gerhards

Die Kritik, dass die Heinsberger Karnevalsmesse mit ihren Tänzen, Liedern und der heiteren Predigt eine „blasphemische Geschmacklosigkeit“ darstelle, ist völlig unangebracht. Damit erweisen die offensichtlich erzkonservativen Kreise, von denen die Attacke auf die Heinsberger Geistlichen stammt, ihrer katholischen Kirche einen Bärendienst.

Denn es ist genau diese rückwärtsgewandte Denkweise, die dazu führt, dass die Institution Kirche in der Lebenswirklichkeit vieler Menschen stetig an Bedeutung verliert. Als die Karnevalsmesse am vergangenen Sonntag vorbei war, kam ein junges Mädchen zum Karnevalsprinzen, dem Propst Markus Bruns. Das Mädchen stellte sich vor ihn und sagte voller Überzeugung: „Das war die schönste Messe, die ich jemals erlebt habe.“ Dieses Beispiel zeigt, dass sich das geistliche Dreigestirn aus Heinsberg auf dem richtigen Weg befindet. Und das nicht nur bei der Karnevalsmesse, sondern während der gesamten Session.

Sie rücken die Kirche, die im Alltag ihrer Mitglieder immer häufiger keine Rolle mehr spielt, wieder ein Stück näher an die Mitte der Gesellschaft heran. Das kann der katholischen und im Übrigen auch der evangelischen Kirche nur gut tun. Denn die Entwicklung der Mitgliederzahlen spricht eine deutliche Sprache: Die Kirchenbasis bröckelt. Sie ist weit davon entfernt, zusammenzubrechen. Aber sie bröckelt. Da tut es gut, zu sehen, dass sich die Heinsberger Pfarrer weltoffen und nahbar geben.

Die Kritik der konservativ-katholischen Nachrichtenplattformen zeigt, dass erzkonservative Kreise in der katholischen Kirche offenbar jede Gelegenheit nutzen, eine Kirche, die versucht, modern und nah am Menschen zu sein, in Misskredit zu ziehen. Dem geistlichen Dreigestirn aus Heinsberg ist nur zu wünschen, dass es sich davon nicht beirren lässt. Das Bistum Aachen sollte seine geistlichen Karnevalisten nicht in die Schranken weisen. Vielmehr sollte es dem Heinsberger Propst in dem angekündigten Gespräch den Rücken stärken.

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