Kommentar zur Mondlandung

Kommentar zur Mondlandung : Der Mensch braucht Träume

„Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit.“ Diesen historischen Satz sprach der amerikanische Astronaut Neil Armstrong, während er als erster Mensch den Mond betrat. Am 21. Juli jährt sich das Ereignis zum 50. Mal. Den Worten Armstrongs und den entscheidenden Minuten der Mondlandung wohnt immer noch ein besonderer Zauber inne, dem man sich kaum entziehen kann.

Fasziniert schaut man sich die Bilder von damals an und liest die spannenden Geschichten. Beispielsweise auf der Titelseite der „Aachener Volkszeitung“, wie sie 1969 noch hieß und die wir in dieser Ausgabe noch einmal veröffentlichen. Schon damals war den Zeitungsmachern das Thema eine komplette erste Seite wert.

Diejenigen, die am 21. Juli 1969 alt genug waren, um sich zu erinnern, rufen sich jene Momente ins Gedächtnis, in denen sie vor dem TV-Geräten saßen, um wie 600 Millionen andere Menschen das Live-Ereignis zu verfolgen. Wo war man selbst, als Armstrong den ersten Fuß auf den Mond setzte?

Zum Greifen nah

Aber auch die, die noch zu klein oder nicht geboren waren, wuchsen in dem Gefühl auf, dass die Mondlandung ein bedeutendes Ereignis markiert. Endlich hatte der Mensch jenen Planeten erobert, der zwar 385.000 Kilometer weit entfernt von der Erde liegt, doch bei Nacht zum Greifen nah scheint. Der Mensch spazierte nun über den Mond. Ein Wunder. Zumindest ein Wunder der Technik.

Über die Begeisterung für das vergisst man allzu gerne, dass es nur drei Jahre nach der Apollo-11-Mission wieder zu Ende war mit den bemannten Mond-Missionen. Während den Namen Neil Armstrong fast jeder kennt, werden die meisten mit dem Namen Andrew Cernan nichts anzufangen wissen. Er war einer von nur zwölf Menschen, die den Mond jemals betreten haben, und ist bis heute der letzte, der auf dem Mond gewesen ist. Doch das ist inzwischen 46 Jahre her. Cernan  ist längst vergessen. Von Armstrongs riesigem Sprung für die Menschheit ist nicht viel geblieben. Es wird Zeit, dass wir dem Mond mal wieder einen Besuch abstatten. Er ist ein Sehnsuchtsort. Er wird es bleiben.

Natürlich kann man immer die Frage nach dem Sinn und Nutzen von Weltraumforschung und Raumfahrt stellen. Und so richtig und wichtig es ist, das Hauptaugenmerk angesichts einer drohenden Klimakatastrophe auf die Erde zu richten, der Blick in andere Sphären sollte nicht verloren gehen. Der Mensch ist ein Entdecker und ein Abenteurer, er liebt das Geheimnisvolle, das liegt in seiner Natur. Mitunter sucht er die Gefahr und macht Dinge, die nicht effizient, sondern verschwenderisch und verrückt sind. Der Mensch ist eben keine Maschine. Maschinen träumen nicht.

Zurück auf den Mond

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will binnen fünf Jahren wieder Amerikaner auf den Mond bringen. Präsident Trump, so hört man, treibe das Vorhaben voran. Wahrscheinlich will er den Dingen nur vorgreifen und 2024 aus freien Stücken in die Rakete steigen, ehe ihn die Hälfte seiner Landsleute dazu zwingen und endgültig zum Mond schießen wird. 

Nicht mehr lange, dann könnte die Zahl derer, die zum Mond reisen, rasant in die Höhe schnellen. Dann könnte endlich auch eine Frau den Mond betreten. Man mag es nicht glauben, doch das hat es bislang noch nicht gegeben.

Und was kommt dann? Experten sehen die Mondforschung als eine Etappe für einen bemannten Flug zum Mars an. Doch das ist Zukunftsmusik. Die braucht es aber . Gerade in einer Zeit, in der einem manch einer weismachen will, dass das Ende der Welt nah sei.

Mehr von Aachener Nachrichten