Annes Welt: Ich glaub’, ich spinne!

Annes Welt : Ich glaub’, ich spinne!

Meine ganztägig gechillte Tochter meinte neulich: „Spinne müsste man sein. Von morgens bis abends abhängen, checken, was im Netz los ist und ein bisschen rumspinnen.“ Und ich? Ich habe eine Spinnenphobie!

Was für mich noch schlimmer ist, als eine Spinne im Raum zu haben, ist, die Spinne im Raum plötzlich nicht mehr zu finden!

Neulich hatte ich eine im Bad, ein Pelztier – so riesig, dass die in Berlin-Mitte als Russischer Schwarz­terrier durchgegangen wäre. Mein Hochleistungsstaubsauger Genius Invictus hat mir noch auf die Schulter geklopft und gesagt „Wir schaffen das!“. Angesicht in Angesicht mit diesem krassen Monster zickte er aber nur noch rum. Anstelle das Ungeheuer einfach wegzurüsseln, wollte er sich aus dem Staub machen: „Nee, lass mal …, ich will da nicht hin …, neeeein …, jetzt zieh‘ doch nicht so! ..., okay …, ich werf‘ mich jetzt auf den Rücken.“ Seine Worte.

In der Nacht überkamen mich dann Albträume. Ich sah enorm viel Fell auf sechs Beinen breitbeinig und mit zwei weiteren verschränkten Gliedmaßen vor dem XL-Teleskoprohr meines 1000-Watt-Saugers stehen und mich zu einem klärenden Gespräch auffordern. Horror!

Ich verstehe die Natur nicht. Es wäre so viel einfacher, wenn Spinnen reden könnten, wie bei der Biene Maja. Nach dem Motto: „Hey, mein Name ist Jochen, ich bin alleinerziehender Vater von 32 Kindern. Würde mich gerne hier in deiner Dusche ein wenig erholen. Ich rück’ auch beiseite, wenn du rein willst.“ Und schon wäre man im Gespräch.

Stattdessen immer dieser Schreckmoment, diese Schnappatmung wenn man eine Fluse vom Badezimmerläufer wegschnippen will und diese dann achtbeinig davonrennt...

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