Kommentar zum Politiker-Ranking: Heute so, morgen so

Kommentar zum Politiker-Ranking : Heute so, morgen so

Auch Politiker-Rankings sind wie das Wetter: Heute so, morgen so. Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer kann angesichts der jüngsten Umfrage Rückenwind für sich geltend machen. Aber dabei muss es nicht bleiben.

Der Reiz der Neuen, auch AKKs unaufgeregte Art lassen die Menschen in Deutschland bisher positiv auf sie blicken. An der konkreten Politik kann es jedenfalls noch nicht liegen, denn bis auf einige Forderungen hat die Saarländerin noch nicht viel vorzuweisen, was politisch tatsächlich in der Pipeline gelandet ist. Und am Ende zählt auch nur der Erfolg: Am besten gleich bei der Europawahl im Mai.

Bis dahin muss die CDU-Chefin aus der positiven Stimmung auch Stimmen machen. Gelingt ihr das nicht, wird neuer, innerparteilicher Gegenwind aufkommen, der wiederum auch die Bürger nicht unbeeindruckt lassen dürfte. Ähnliches gilt übrigens für den Grünen Robert Habeck, der im neuesten Ranking Platz 3 belegt. Er surft vor allem deshalb auf einer Welle der Sympathie,  weil er und seine Co-Vorsitzende die Partei streitfrei gemacht haben. Habecks smartes Auftreten kommt noch hinzu.  Aber auch für ihn zählt am Ende nur der Erfolg bei Wahlen.

Interessant ist zudem, dass laut Ranking Kanzlerin Angela Merkel nach wie vor großes Vertrauen genießt. Platz 2 auf der Beliebtheitsskala. Das zeigt einmal mehr, dass das „Merkel muss weg“-Gebrüll nur laut und dominant gewesen ist, aber nicht tatsächlich der allgemeinen Auffassung der Bürger entsprochen hat. Umso mehr verdient es Anerkennung, dass die Kanzlerin aus den schlechten Wahlergebnissen ihrer Partei in den Ländern persönliche Konsequenzen gezogen hat, in dem sie auf den CDU-Vorsitz verzichtete. Und auch das Ende ihrer Kanzlerschaft steht bevor. Wie meinte Horst Seehofer kürzlich noch? Man werde Merkel noch vermissen. Nicht heute, aber vielleicht morgen.

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