Kommentar zum Frauenwahlrecht: Frauen wählen besser

Kommentar zum Frauenwahlrecht : Frauen wählen besser

Hundert Jahre Frauenwahlrecht sind Grund zu feiern. Doch der Kampf der mutigen Frauen ist längst nicht ausgekämpft. Dass sogar Angela Merkel, mahnt, es dürfe keine Rückschritte geben, ist Warnung genug.

Schließlich druckste die Kanzlerin auf die Frage, ob sie Feministin sei, nur verlegen etwas von Gemeinsamkeiten und Unterschieden mit der Frauenbewegung. Die Feministinnen sind gespalten und büßen deshalb an Macht ein.

Schade, dass sich Frauen heute anders als 1918 nicht über parteipolitische und gesellschaftliche Grenzen hinweg zusammentun. Gründe zu kämpfen, gibt es genug. Frauen werden strukturell noch immer benachteiligt. Das könnten Politiker oder vielmehr noch Politikerinnen ändern. Leider sind im Deutschen Bundestag in dieser Legislaturperiode wieder weniger weibliche Abgeordnete, gerade einmal 30 Prozent. Kein Wunder, dass der Abtreibungsparagraf 219a noch immer nicht abgeschafft ist. Richtigerweise fordert Justizministerin Katarina Barley eine Änderung des Wahlrechts, um eine Gleichheit der Geschlechter im Bundestag zu erreichen.

Es ist auch dringend nötig, Frauen in der Politik mehr Gewicht zu verschaffen. Weltweit verbuchen rechte Machos Erfolge wie Trump in den USA oder Bolsonaro in Brasilien. Zornige alte Männer, die von anderen unzufriedenen (alten) Männern gewählt werden. Wahlanalysen zeigen, dass Frauen sozialer und weniger hasserfüllt wählen. Kurzum: Die Welt wäre eine bessere, dürften nur Frauen wählen.

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