Kommentar zum Abschuss von Wölfen: Die Ängste bleiben

Kommentar zum Abschuss von Wölfen : Die Ängste bleiben

Beim Thema Wolf ist das letzte Wort auch nach der Einigung zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium noch nicht gesprochen. Zum einen, weil allen Prognosen zufolge die Population weiter wachsen wird – und damit auch die Schäden für Viehhalter.

Auf alle Fälle werden die Ängste der Bürger in den betroffenen Bundesländern, in denen der Wolf vermehrt auftritt, tendenziell größer und nicht kleiner werden.

Zum anderen haben die beteiligten Ressorts einen Kompromiss gefunden, der vor allem Agrarministerin Klöckner nicht zufrieden­stellen kann. Gewiss, Umweltministerin Schulze hat sich aufgrund des öffentlichen Drucks bewegt. Aber die Einigung folgt weiter dem strengen Artenschutz und bleibt damit klar hinter dem zurück, was Klöckner gefordert hat. Neuer Streit um den Wolf ist deshalb in der schwarz-roten Koalition nicht ausgeschlossen.

Es ist wahr, die Zahl der Wölfe in Deutschland ist im Moment noch absolut überschaubar; auch betonen die Behörden, dass sie jeden einzelnen nach wie vor auf dem Schirm haben. Vorbeugen ist aber besser als heilen – eine präventive Kontrolle, unabhängig von den existierenden Gefahren, würde den Menschen in den neuen Wolfs-Gebieten deutlich mehr helfen.

Denn die Aufregung und die Ängste – wenn vielleicht auch nur gefühlt – scheinen manchmal größer zu sein als die Freude über die Rückkehr der Tiere in die heimischen Wälder.

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