Kommentar zur Festnahme von Roger Stone: Der Pate

Kommentar zur Festnahme von Roger Stone : Der Pate

Der selbsternannte „Dirty Trickster“ Roger Stone hat ausgetrickst. Dafür sorgte Robert Mueller, der den langjährigen Vertrauten und Berater Donald Trumps filmreif in seiner Villa von Fort Lauderdale dingfest machte.

Stone muss sich nun in der Russland-Affäre vor Gericht in sieben Anklagepunkten verantworten. Das dürfte nicht ganz leicht werden, da Mueller einen ziemlich wasserdichten Fall vorgelegt hat.

Es scheint ziemlich klar zu sein, dass Stone als Scharnier zwischen Team Trump und Wikileaks funktionierte. Die von dem höchst umstrittenen Julian Assange gegründete Organisation machte sich im Wahlkampf freiwillig zu einer Plattform, über die russische Staatshacker bei den Demokraten gestohlene Emails publizierten.

Mueller legt damit keinen „rauchenden Colt“ vor, der die mutmaßliche Verschwörung zwischen Trump und den Russen beweist. Aber er fügt den Ermittlungen ein wichtiges Puzzleteil hinzu. Zudem gibt er zu erkennen, weitere Mitwisser im Visier zu haben. Einer davon dürfte Steven Bannon sein, der andere der Präsident selber.

Die Referenz in der Klageschrift zu dem Film „Godfather“ illustriert wohl eher unbeabsichtigt das Vorgehen Muellers. Wie in einem Mafia-Verfahren arbeitet sich dieser von unten nach oben an den „Gottvater“ vor.

Mit der Anklage gegen Stone hat er nun dessen längsten Vertrauten ins Visier genommen. Kein Wunder, dass es Donald Trump zunächst die Sprache verschlug. Es wird zunehmend eng für den Präsidenten.

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