Kommentar zum Anschlag in den USA : Der Fisch stinkt vom Kopf her

Kommentar zum Anschlag in den USA : Der Fisch stinkt vom Kopf her

Während Donald Trump gegen einen Flüchtlingstreck von Familien aus Mittelamerika und dessen imaginäre Gefahren hetzt, überziehen Personen, die mit ihm sympathisieren, die USA mit Terror.

Erst mit einer versuchten Serie von Briefbomben-Anschlägen gegen die Führer der Demokraten. Dann mit dem schwersten Massaker an Juden in den USA.

Der Präsident hat beide Taten nicht verübt oder in Auftrag gegeben. Aber er hat das Klima dafür geschaffen, in dem rechter Terror und Gewalt gedeihen können. Er hat auch nichts unternommen, den Waffenwahn in den USA unter Kontrolle zu bekommen. Wie könnte es sonst sein, dass der mutmaßliche Täter trotz seiner einschlägig bekannten Ansichten, ungehindert 21 Waffen, darunter kriegstaugliches Gerät, anhäufen und registrieren durfte?

Statt nach der Metzelei in der Synagoge von Pittsburgh einen Moment inne zu halten und die eigene Rolle zu überdenken, macht Trump weiter, als ob nichts geschehen wäre. Trotz des rechten Terrors, der die USA wenige Tage vor den Zwischenwahlen zum Kongress erschüttert, gibt sich der Narzisst erschütternd nonchalant.

Immer mehr Menschen fragen sich besorgt, was mit Amerika los ist? Wo ist die „leuchtende Stadt auf dem Hügel“ geblieben, die Ronald Reagan einst beschworen hat? Warum können selbst offenkundig notwendige Änderungen, wie beim Waffenrecht, nicht auf den Weg gebracht werden?

Die traurige Wahrheit lautet: Der Fisch stinkt vom Kopfe her. Trump lässt im Amt jeden Anstand vermissen und tut alles, die US-Gesellschaft weiter zu polarisieren. Das ist keine politische Führung, sondern das Gegenteil davon.

Gibt es bald ein Gegengewicht?

Trump sorgt sich nach eigenem Zeugnis mehr um das Momentum seiner Partei bei den anstehenden Wahlen als um die Opfer von Hassgewalt, setzt die Neonazis von Charlottesville gleich mit deren Gegnern und hetzt gegen Familien, die vor Gewalt in ihrer Heimat fliehen.

Die Amerikaner haben in knapp zwei Wochen die Chance, diesem Präsidenten ein Gegengewicht im Kongress entgegen zu setzen. Jemand der Rassismus und Antisemitismus verharmlost, und seine Opposition kriminalisiert, muss, so lange es noch geht, daran gehindert werden, noch mehr Schaden anzurichten.

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