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Kommentar zur Landwirtschaftspolitik: Aufgeheizte Stimmung

Kommentar zur Landwirtschaftspolitik : Aufgeheizte Stimmung

Die Stimmung in der Bauernschaft und bei allen, die sonst noch in der Agrarpolitik mitmischen, ist aufgeheizt. Das haben nicht nur die großen Proteste Anfang des Jahres gezeigt. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bekommt dies mittlerweile regelmäßig zu spüren.

Die nun an den Start gegangene „Zukunftskommission Landwirtschaft“ soll einen Beitrag leisten, die Debatte um die Zukunft der Agrarpolitik in Deutschland wieder zu befrieden. Dass ihr das gelingen wird, darf man jedoch bezweifeln.

Es geht um Strategien zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels, um praxistaugliche Empfehlungen für eine Landwirtschaft, die zugleich ertragreich wie ressourcenschonend sein soll. Das allein ist schon eine große Herausforderung. Dann sollen auch noch die Rolle der Verbraucher, Verbesserungen beim Tierschutz und Änderungen bei der Düngung besprochen werden. Und das sind noch nicht einmal alle Themen, die die 32 Mitglieder umfassende, heterogen besetzte Kommission bis zur Mitte des kommenden Jahres abarbeiten muss. Rechtzeitig zur Bundestagswahl im darauffolgenden Herbst. So ein Zufall.

Ausgerechnet Vertreter mit so unterschiedlichen Vorstellungen sollen ein gemeinsames Bild der Landwirtschaft entwerfen, das mutet reichlich illusorisch an. Von der „Zukunftskommission“ ist daher nicht viel zu erwarten. Lediglich etwas vom Druck auf Klöckner könnte sie nehmen. Wenn überhaupt.