Angemerkt zu Hecking: Auf den Inhalt kommt es (auch) an

Angemerkt zu Hecking : Auf den Inhalt kommt es (auch) an

Dieter Hecking ist ein toller Trainer und ein toller Mensch. Und dem steht es zum Schluss seiner Arbeit in Mönchengladbach zu, den Umgang mit Kollegen zu kritisieren: die Entlassung von Patrick Glöckner als Trainer beim Regionalligaspitzenreiter Viktoria Köln vor dem letzten Spieltag, Markus Anfangs in Köln als Meister und das Infragestellen von Niko Kovac, der mit den Bayern noch das Double schaffen kann.

„Bei Misserfolg wissen wir, was uns blüht. Aber wir dachten, im Erfolgsfall geht es uns gut.“ So dürfe es nicht weitergehen, mahnt der 54-Jährige. Hört sich richtig an – im ersten Moment. Doch es lohnt sich, auch mal gegen den Strich zu denken.

Wenn nur der Erfolg zählt, könnte in jedem Kontrakt des Trainers eine fixe Punktesumme und/oder ein Tabellenplatz festgeschrieben werden. Ein mathematisches Damoklesschwert. Das will und meint Hecking sicherlich nicht. Sollte nicht vor allem auch der Inhalt ein Kriterium sein?

So wäre Schalke nach der Vizemeisterschaft mit damals schon schlechtem Fußball und viel Spielglück die gerade abgeschlossene Saison erspart geblieben. Und ist es nicht legitim, dass die Bayern trotz Meistertitel überlegen, ob sie Nico Kovac fußballerisch weiterbringt und zukünftig konkurrenzfähig macht mit ManCity und Liverpool?

Max Eberl hat stets betont, dass die Entscheidung gegen Hecking unabhängig war vom Tabellenplatz. Weitblick ist weder verboten noch unmoralisch.

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