Kommentar zum Amoklauf in den USA: Alles schon Routine

Kommentar zum Amoklauf in den USA : Alles schon Routine

Die Reaktionen in den USA spielten sich nach dem jüngsten Amoklauf mit routinemäßiger Berechenbarkeit ab. Die Menschen von Virginia Beach gedachten den zwölf Toten aus den Reihen der Stadtverwaltung mit einer Kerzen-Mahnwache und Gebeten.

Und die Vertreter der Politik mussten sich erneut die Forderung anhören, nun müsse endlich „etwas“ getan werden. Doch was kann dieses „Etwas“ sein? Die Details der Bluttat zeigen die besondere Problematik auf, wirksame Vorsorge-Maßnahmen zu erlassen und mutmaßlichen Tätern im Vorfeld entgegenzutreten.

Denn der Todesschütze hatte – wie viele seiner Vorgänger auf der nicht enden wollenden Liste an Massenmorden – seine Schusswaffen legal gekauft. Auch gab es offensichtlich keine erheblichen Vorstrafen, die als Argument dafür hätten dienen können, ihm das in der Verfassung verankerte Recht zum Waffenbesitz abzusprechen. Und: Bisher sind keine expliziten Drohungen des kürzlich entlassenen Mannes gegen die späteren Opfer bekanntgeworden.

Unterm Strich heißt dies: Diese Tragödie hätte nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht verhindert werden können. Denn selbst wenn über Nacht der gesamte Waffenerwerb dramatisch erschwert werden würde – der Täter hätte die Mordgeräte wohl dennoch bekommen. Entweder im Waffenladen. Oder an der nächsten Ecke illegal. Denn in einem Land, wo bereits mehr als 300 Millionen Pistolen, Revolver und Gewehre im Umlauf sind, bietet sich keine politisch realistische Option an, den größten Teil dieses Arsenals wieder einzusammeln. Damit ist das nächste Blutbad nur eine Frage der Zeit.