Kommentar zur Exzellenzinitiative: Aachen bleibt eine Marke

Kommentar zur Exzellenzinitiative : Aachen bleibt eine Marke

Für Aachen ist der dritte Titel als Exzellenzuniversität ein wichtiger Erfolg. Damit behauptet sich die RWTH in der Spitze der deutschen Bildungslandschaft; und das wird voraussichtlich auch so bleiben.

Denn die nun ausgezeichneten Hochschulen sollen auf Dauer gefördert werden. Einerseits fließen Fördergelder, vor allem aber kann die RWTH Wissenschaftler aus der ganzen Welt mit dem prestigeträchtigen Titel locken. Das ist gut für die Uni und die Stadt, die sich weltweit einen Namen macht.

Was gut für Aachen ist, hilft anderen Unis in Deutschland aber nicht unbedingt. Gerade die langfristige Förderung erschwert es anderen Hochschulen massiv, in Zukunft auch den Exzellenztitel zu erwerben. Die jetzige Entscheidung zementiert damit eine Kluft zwischen den Gewinnern und den Verlierern des Wettbewerbs. Auch wenn die Region von der Exzellenzstrategie profitiert, kann man diese grundsätzlich hinterfragen. Denn natürlich befördert sie eine Zwei-Klassen-Gesellschaft der Universitäten. Die Abgehängten haben es schwerer. Schon jetzt werben die Elite-Unis mehr Forschungsgelder ein als andere.

Kritiker bemängeln zudem, dass vor allem schöne Worthülsen im Antrag zählen. Mit den Schlagworten „Impact“ (Auswirkung) und „Networks“ (Netzwerke) in ihren Mottos haben Aachen und Bonn es jedenfalls zur Elite gebracht.

In Aachen wird Zukunft gestaltet – mit neuen Technologien. Viele geförderte Cluster in NRW sind technisch oder mathematisch. Die Geisteswissenschaften spielen eine untergeordnete Rolle. Das ist schade, denn sie sind essenziell. Ohne sie kann der Mensch die Welt nicht verstehen, das wird bei all der neuen Technik gern vergessen. An der RWTH will man die Geisteswissenschaften in die Forschung einbeziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Hochschule diesem Versprechen auch nachkommt, weil sie Verantwortung trägt.

Mehr von Aachener Nachrichten