Kreis Düren: „Mehr Sozialpädagogen sind der richtige Weg“, sagt die neue Schulrätin

Kreis Düren: „Mehr Sozialpädagogen sind der richtige Weg“, sagt die neue Schulrätin

In Sachen Amtszeit kann Stephanie Dieckmann-Monien noch lange nicht mit ihrer Vorgängerin Helene Lürken mitreden. Sie war schließlich 13 Jahre Schulrätin und zehn Jahre Schulamtsdirektorin für die Grundschulen im Kreis Düren. Dieckmann-Monien hat in dieser Woche die 100 Tage vollgemacht.

Was die 43-jährige ehemalige Schulrätin im Rhein-Erft-Kreis von ihrem neuen Arbeitsumfeld hält und in welchen Bereichen sie Impulse setzen will, erklärt sie im Gespräch mit Carsten Rose.

Frau Dieckmann-Monien, wie ist Ihr erster Eindruck im Kreis Düren?

Dieckmann-Monien: Hier ist viel in Bewegung rund um das Thema Kind. Es gibt viele verschiedene Arbeitskreise. Im kleineren Rhein-Erft-Kreis mit zehn Kommunen gibt es zum Beispiel kein regionales Bildungsbüro wie hier. Die Schulen im Kreis Düren erhalten viel Unterstützung, das erleichtert meine Arbeit. Ich merke definitiv Unterschiede.

Wo sehen Sie Herausforderungen?

Dieckmann-Monien: Einigen Grundschulen fehlen OGS-Plätze. Es sollte ein Konzept geben, wie bestehende Räume besser genutzt werden können, damit der Bedarf aller Eltern gedeckt wird. Wichtig ist auch zu schauen, wie die Kommunen reagieren, falls die verbindliche Garantie für OGS-Plätze vom Land umgesetzt werden sollte.

Die Digitalisierung ist eine andere große Herausforderung. Ihre Vorgängerin hält nichts von einem einheitlichen Landeskonzept. Was sagen Sie?

Dieckmann-Monien: Ich stimme Frau Lürken zu, weil die Voraussetzungen aller Schulen unterschiedlich sind. Gerade in einem Flächenkreis wie hier. Aber die Schulen in einer Kommune müssen die Grundlage für eine einheitliche digitale Ausstattung schaffen. Die Unterschiede dürfen nicht zu groß sein, genau so wenig, was den Übergang von der 4. in die 5. Klasse angeht: Alle Schüler sollten den gleichen digitalen Kenntnisstand haben — das sollte wie für Mathe und Englisch gelten.

Wie gehen Sie das Thema an?

Dieckmann-Monien: Im nächsten Jahr will ich mit den Schulleitern ein Konzept erarbeiten, das dann jede Schule für sich feinjustiert. Ein Kernpunkt meiner Arbeit als Schulaufsicht sehe ich daran, die Schulen untereinander besser zu vernetzen. Ich will den Austausch fördern, so kommen alle weiter.

Wie steht es um den Stellenplan?

Dieckmann-Monien: Ich hatte anfangs Bedenken, weil der Kreis so groß ist. Aber ich muss sagen, dass mir kein Standort große Sorgen bereitet. Wir haben sechs neue Lehrer für die mobile Lehrervertretung eingestellt, was für Flexibilität sorgt. Zudem sind einige Stellen fest besetzt worden, und im November werden Referendare fertig. Denen müssen wir Perspektiven schaffen.

Setzen Sie auf jeden Schulstandort oder auf Schulverbände?

Dieckmann-Monien: In ländlichen Regionen ist es wichtig, die Grundschulen vor Ort zu halten. Wenn Standorte aber zu klein werden, muss man schauen, ob die Bedürfnisse der Kinder gedeckt werden. Zu wenige unterschiedliche Lehrer und zu wenige andere Kinder, die zu Freunden werden können, sind nicht förderlich. Lange Busfahrten, um einen Hauptstandort zu erreichen, halte ich aber natürlich nicht für sinnvoll.

Was ist Ihnen noch wichtig?

Dieckmann-Monien: In Grundschulen gibt es viele Aufgaben, die nicht originär von Lehrern erfüllt werden können. Wir haben vier zusätzliche Sozialpädagogen für die Eingangsklassen bekommen, die einen anderen Blick auf die Kinder haben, etwa in der Motorik. Ich denke, wir werden noch mehr bekommen. Das ist der richtige Weg.