Zweifall: Jägerhausstraße steht an Weihnachten unter Wasser

Jägerhausstraße steht unter Wasser : Zweifaller Seenplatte sorgt für Ärger

Wütend ist Ali Yazgan auch einige Tage später noch. Er werde sich auf jeden Fall bei der Stolberger Verwaltung beschweren, denn so könne es definitiv nicht weitergehen, meint er. Ali Yazgan lebt und arbeitet in Zweifall – oder genauer gesagt an der Jägerhausstraße.

Dort betreibt er fast neben dem alten Schulhof ein kleines griechisches Restaurant. Doch genau an dieser Stelle ereignete sich in der Nacht zum 24. Dezember etwas, das Yazgan und auch einigen anderen Anwohnern wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird: Aufgrund des anhaltenden Regens stand die angrenzende Baustelle unter Wasser und überflutete nicht nur den Keller von Ali Yazgan, sondern setzte auch etliche umliegende Keller unter Wasser. Einigen Stunden zuvor hatte bereits die Jägerhausstraße unter Wasser gestanden und so sorgte die neu entstandene Zweifaller Seenplatte für einen Einsatz der Feuerwehr. 

Wie es soweit kommen konnte? Darüber können die Anwohner auch einige Tage später nur Mutmaßungen anstellen. Einige von ihnen vermuten, dass die im Hasselbach verlegten Rohre damit etwas zu tun haben könnten. Diese haben das Wasser nicht mehr ableiten können und so die Baustelle geflutet. Eine Verstopfung der Rohre könne der Grund dafür gewesen sei.

Was feststeht: Die Jägerhausstraße war derart überflutet, dass die Feuerwehr ausrücken musste. Anwohner berichten, dass der Hasselbach sich an der Baustelle gestaut und so dafür gesorgt hatte, dass die Straße unter Wasser stand. Die Einsatzkräfte öffneten die Gullideckel, damit das Wasser wieder abfließen konnte. Zwar kehrte zunächst Ruhe ein. Der einzige Einsatz in Zweifall blieb es allerdings nicht. Schon am frühen Morgen musste die Feuerwehr erneut dorthin ausrücken. Diesmal stand ein Keller unter Wasser. Gegenüber unserer Zeitung äußerten einige Zweifaller, dass die Baustelle dafür verantwortlich sei.

Überschwemmung in Zweifall. Foto: Ali Yazgan

Was sich hinter dieser eigentlich verbirgt? In Zweifall soll eine neue  Dorfmitte entstehen, die sich von der Kirche über den alten Schulhof und den Platz vor der Metzgerei bis in den Huck hinter der Kirche erstrecken soll. 

Der ursprüngliche Plan: Bereits Ende dieses Jahres sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. Doch bereits wenige Tage nach dem Beginn brodelte bereits die Gerüchteküche. Auf der Baustelle tat sich nämlich nichts. Der Grund dafür: statische Berechnungen. Das erklärte damals der Technische Beigeordneter Tobias Röhm. Trotzdem sei man mit den Arbeiten im Zeitplan, hieß es. Auf dem alten Schulhof wurde ab Januar an der Beseitigung der Platzbrücke und der Stabilisierung des Bachufers per Bohrverfahren gearbeitet. Dreck und Lärm gehörten fortan für Anlieger zum Alltag. Das bestätigt auch Ali Yazgan, der nach rund 15 Monaten Baustelle die Nase voll habe – spätestens seit der jüngsten Überflutung.

Ladenlokal war nicht betroffen

Sein Ladenlokal sei zwar nicht betroffen gewesen, dafür habe allerdings der Keller einen halben Meter unter Wasser gestanden. Fast sechs Stunden habe er gebraucht, um diesen wieder auf Vordermann zu bringen. Den Heiligabend hatte er sich ein wenig anders vorgestellt, sagt er. Was für ihn nun auf dem Programm steht? Die Versicherung muss informiert werden und den Schaden begutachten. Zwischen den Feiertagen sei es jedoch gar nicht so einfach, dort auch jemanden zu erreichen, sagt Yazgan. 

In jedem Fall will sich der Restaurantbesitzer bei der Stadtverwaltung beschweren. Für eine Stellungsnahme war dort gestern allerdings niemand mehr erreichbar. Im Mai sollen die Arbeiten abgeschlossen werden, sagte jüngst Röhm.

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