Stolberg: Zustände wie in Essen herrschen bei der Stolberger Tafel nicht

Stolberg : Zustände wie in Essen herrschen bei der Stolberger Tafel nicht

Das Verhalten der Essener Tafel sorgte bundesweit für Aufsehen — auch in Stolberg. Nachdem bekannt wurde, dass dort nur noch Neukunden mit einem deutschen Pass aufgenommen werden, distanzierten sich zahlreiche Tafeln in der Region von diesem Verhalten.

Gisela Becker-Bonaventura, Vorsitzende der Stolberger Tafel, zeigte sich ebenfalls geschockt. Gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen sprach sie über das Thema und teilte nun mit, dass man seitens der Stolberger Tafel stets auf der Seite der sozial Schwachen stehe, egal welcher Herkunft, Nationalität oder Hautfarbe sie seien. „Bei uns wird niemand weggeschickt, der an unsere Türe klopft und Hunger hat, egal ob er registriert ist oder nicht“, sagt Gisela Becker-Bonaventura.

Man habe bei den Kunden, die ihre Bedürftigkeit nachgewiesen und eine Kundenkarte erhalten hätten, nicht die Staatsangehörigkeit registriert.

„Verhältnisse, wie sie offensichtlich bei der Essener Tafel festgestellt wurden, sind bei der Stolberger Tafel nicht gegeben. Vielleicht auch deshalb, weil wir einen sehr guten Organisationsstandard haben und die Tafel jeden Tag — bis auf sonntags — für unsere Kunden geöffnet ist“, meint Becker-Bonaventura.

Die Bedürftigen könnten innerhalb eines Zeitraumes von sieben Tagen drei Mal Ware empfangen. „Derzeit haben wir Dank unserer Sponsoren keine Schwierigkeiten, unsere Kunden hinreichend mit Ware zu versorgen“, so Becker-Bonaventura weiter.

Selbst in den Sommerferien, in denen so manche Tafel geschlossen habe, bleibe die Stolberger Tafel durch organisatorische Maßnahmen und den verstärkten Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter geöffnet. „Mehr noch, wir fahren zusätzlich in dieser Zeit noch einige Discounter im Bereich einer anderen Tafel an, um deren verwertbare Ware für unsere Bedürftigen zu generieren“, so Gisela Becker-Bonaventura.

(se)
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