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Zum zehnten Mal finden die Wunschbaumaktion der Wabe statt

Jubiläum : Doppelte Schichten für den Nachwuchs

141 Kinder sollen in diesem Jahr beschenkt werden. Dieses Ziel hat sich die Wabe gesetzt. Welche Wünsche die Kinder haben? Und wie die Aktion entstanden ist?

Seit wenigen Tagen ist der Tannenbaum geschmückt. Rote und goldene Kugeln und kleine Engelchen baumeln an den Ästen. „Einen so großen Baum hatten wir noch nie“, sagt Holger Kaminski und lacht. Für den Anleiter der Wabe und die Teilnehmer der einzelnen Maßnahmen hat der prachtvolle Baum eine ganz besondere Bedeutung: Seit zehn Jahren setzen sie sich nämlich dafür ein, dass auch Kinder vom Christkind beschenkt werden, die sonst vielleicht kein Päckchen bekommen würden.

„Unsere Teilnehmer sind wirklich mit Leib und Seele dabei“, sagt Kaufhausleiter Manfred Peters. Und das, obwohl viele von ihnen es selbst oft gar nicht mal so leicht haben. Um den Kindern eine Freude zu bereiten, packen sie allerdings Jahr für Jahr gerne an und sind auch bereit, Doppelschichten einzulegen, damit bis zur großen Bescherung auch alle Geschenke ordentlich verpackt sind. Und wie hat das Ganze vor zehn Jahren angefangen? „Wir haben damals festgestellt, dass einige Teilnehmer und Kunden Probleme hatten, ihren Kindern etwas zu Weihnachten zu schenken“, sagt Peters. So wurde kurzfristig die Wunschbaumaktion im Sozialkaufhaus ins Leben gerufen. Wie groß der Bedarf wirklich war, konnten Peters und seine Mitstreiter zunächst nicht ahnen. Bereits im ersten Jahr wurden die Wünsche von 200 Kindern erfüllt. In diesem Jahr sind es 141 Kinder aus der Hermann-Schule – dort wird traditionell immer das erste Schuljahr beschenkt – sowie aus der Kita Saarstraße und der Zwergenburg. Auch von einigen Kunden sind Kids dabei.

Und wie funktioniert die Aktion? Die Kinder füllen Karten mit ihrem Wunsch aus, und die werden dann an den Tannenbaum im Sozialkaufhaus an der Ellermühlenstraße gehängt. An dieser Stelle kommen die Stolberger ins Spiel. Wer einen Wunsch erfüllen will, kann sich zu den Öffnungszeiten der Wabe (siehe Infobox) mit einer Karte eindecken. Der Maximalbetrag liegt bei 20 Euro pro Wunsch. „Mittlerweile kommen die Leute schon im Oktober und fragen nach, wann es wieder losgeht“, sagt Kaminski.

Falls Karten übrig bleiben, werden die Wünsche mit Spendengeldern finanziert. So konnte auch in den vergangenen Jahren gewährleistet werden, dass kein Kind leer ausgeht. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren seit Beginn der Aktion die Wünsche von mindestens 1500 Kindern in Stolberg erfüllt. „Die Aktion hat sich etabliert“, sagt Peters.

Die Teilnehmer bringen sich im Rahmen der Aktion auf ihre Weise mit ein. Für die Bescherung, die in diesem Jahr am Donnerstag, 19. Dezember, stattfindet, räumen sie nämlich die untere Etage des Sozialkaufhauses nahezu leer. „Alle packen mit an und arbeiten in Doppelschichten, damit auch noch die Geschenke verpackt werden“, sagt Kaminski und fügt hinzu: „Das hat irgendwie auch immer etwas von St. Martin.“

Die Wünsche der Kleinen sind übrigens ganz schön vielfältig. Von Legosteinen bis hin zu Knete ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Immer mal wieder wünscht sich der Nachwuchs auch ein Buch. Es sei zwar eine Menge Arbeit, aber das Strahlen der Kinderaugen sei einfach unbezahlbar, sind sich die Verantwortlichen einig.

(se)