Stolberg-Mausbach: Zirkus zum Anfassen gastiert in Mausbach

Stolberg-Mausbach: Zirkus zum Anfassen gastiert in Mausbach

Klein, schlau und knuffig: Die wippenden Shetlandponys Max und Moritz erobern die Zuschauer im Sturm. Es sind die Kleinen, die die Stars im „Circus Amany” sind. Es ist ein kleiner Zirkus, der am Ortsausgang von Mausbach sein Zelt aufgebaut hat und noch bis einschließlich Montag Vorstellungen gibt.

Kleine Zirkusse haben es in diesen Zeiten nicht gerade leicht: Das Freizeitangebot ist riesig und die Zuschauer verwöhnt, er will Spektakuläres.

Wer die große Sensation sucht, wird diese im Circus Amany nicht finden. Aber wer Freude an handgemachten Zirkusnummern hat, wird sich weder an den Plastikstühlen stören noch daran, dass alles etwas spartanischer ausfällt. Die eigentlichen Stars in der Manege des Zirkus sind die Tiere. Dazu gehören kleine und große Pferde, Esel, Gänse, Ziegen, Hunde und auch ein Lama reist mit dem Circus Amany von Ort zu Ort.

Geschickt und drollig

Es ist erstaunlich, zu welchen Leistungen die Tiere fähig sind. Die drolligen Ponys Max und Moritz scheinen genau zu wissen, wie eine Wippe funktioniert. Es ist ein kurioses Bild, wie geschickt die Pferdchen ihr Gewicht verlagern, damit die Wippe in Bewegung kommt. Mal wippen die Shetlandponys gemeinsam, dann mit Zuschauern, die rundum begeistert sind, weil es ein Zirkus zum Anfassen ist.

Die Kleinsten sind die Größten

Auch die Dressurnummer mit den Gänsen ist einfach goldig unterhaltsam. Die Kleinsten sind die Größten im Circus Amany, und der vierjährige Clown Charlie macht es vor. Der aufgeweckte Steppke ist der jüngste Spross der Familie Neigert, die in der sechsten Generation Artisten sind.

Selbstbewusst betritt der Kleine die Manege und das Publikum ist hin und weg. Charlies Vater ist Manuel Kübeler, der eine Stuhl-Akrobatik-Nummer einstudiert hat. Sechs Stühle türmt er zu einem fragilen Gebilde und balanciert diese nur mit Hilfe seines Mundes.

Das „Kleine Fräulein Kimberly”

Die siebenjährige Katharina Bauer meldet sich sofort, als der Akrobat nach einer Freiwilligen sucht und wird Teil einer tollen Akrobatiknummer. Das „Kleine Fräulein Kimberly” ist ebenfalls ein Spross der Zirkusfamilie und biegsam wie Gummi.

Kimberly heißt mit richtigem Namen Bianca. Im rosa Glitterkostüm steht das Kind auf einem Podest und verbiegt sich, als habe es keine Knochen im Leib. „Das ist ja fantastisch, was das Mädchen macht”, sagt Zuschauerin Christine Krahe. Das Programm gefällt ihr rundum. „Schön, das ist wirklich schön, was die hier machen”, ist die 60-Jährige voll des Lobes, was Zirkusdirektor Ludwig Neigert ein Strahlen ins Gesicht zaubert, obwohl nur 24 Besucher gekommen sind. Das macht das Überleben schwer. Aber Aufgeben ist nicht drin. Das ist ein Luxus, den sich die Neigerts nicht leisten können. Noch bis Montag ist der Zirkus in Mausbach.