„Westside Story“: Musikalischer Abend unter Freunden

„Westside Stories“ : Musikalischer Abend unter Freunden

Der Verein Rise präsentierte zusammen mit dem Jugendamt Stolberg die neue Konzertreihe. Vier Künstlergruppen sind zu hören.

„Hit Me Baby One More Time“ klingt es am vergangenen Samstagabend durch die Räumlichkeiten des Jugendzentrums „Westside“ in Stolberg. Aber nicht etwa aus Lautsprechern und in der poppigen Version von Britney Spears, sondern live in der gefühlvollen Akustik-Version von „The Flimms“: Das Musikduo aus Aachen bereitet sich mit einem Einsingen auf seinen Auftritt vor. Doch zuvor ist der aus Großbritannien stammende und in Aachen lebende Musiker Robert Gray dran, der auf der Bühne mit Talent und Charme überzeugt. „Die Idee besteht darin, das Jugendzentrum als Konzertstätte zu etablieren“, erklärt Andre Schroeder vom Verein Rise die neue Konzertreihe „Westside Stories“, die in Kooperation mit dem Jugendamt Stolberg einmal jährlich stattfinden soll. Dominique Lopes-Pedro, der das Projekt als Sozialpädagoge der kommunalen Jugendarbeit begleitet, pflichtet dem Rise-Vorsitzenden bei: „Wir haben die Räumlichkeiten mit einer Bühne, einer Getränketheke und etwas Equipment und Rise hat die Kontakte zu den Künstlern.“ Dabei sei der Name „Westside Stories“ sowohl eine Anspielung auf das Jugendzentrum „Westside“ als auch auf das Musical „West Side Story“.

Auftakt mit Akustik-Edition

Die neue Konzertreihe wurde mit einer Akustik-Edition eröffnet, „weil es sehr viele Künstler in dem Bereich gibt und diese Form von Musik mit wenig Equipment auskommt“, erklärt Schroeder. Um ein Konzept auszuprobieren, sei das ein entscheidender Vorteil. Die vier Künstlergruppen an diesem Abend sind bekannte regionale Größen: „The Flimms“ traten im vergangenen Jahr bei der ebenfalls vom Verein Rise organisierten Veranstaltung „Acoustic Garden“ auf und überzeugten bei „Westside Stories“ sowohl mit Pop-Covern als auch mit eigenen Songs. Genau wie Lukas Jansen: Der Aachener spielte dieses Jahr bereits beim „Acoustic Garden“ und stellte seine selbst komponierten Lieder und Cover aus verschiedenen Musikrichtungen bei „Westside Stories“ vor. Auch die Stolberger Band „Smokin‘ Ribs“, die normalerweise mit Bass, Gitarre und Schlagzeug ausgestattet ist, folgte der Einladung in das Jugendzentrum und ließ sich gerne auf die Akustik-Edition ein. Sein Debüt in Stolberg hatte Robert Gray: Der Singer-Songwriter begeisterte mit gefühlvollen Liedern und ließ das Publikum dabei an seinem Privatleben teilhaben. Das Lied mit dem Refrain „Let’s Grow Together“ kündigte der Aachener Musiker mit folgenden Worten an: „Meine Frau und ich hatten damals nicht so viel Geld und es ging auf Weihnachten zu und da haben wir beschlossen, uns gegenseitig Lieder zu schenken. Das war meins für sie.“ In Grays Repertoire befanden sich jedoch nicht nur Liebeslieder: Das Lied, welches er an dem Abend schrieb, als Donald Trump zum Präsidenten gewählt wurde, kündigte der Aachener Musiker schmunzelnd an: „Jetzt kommt mein Donald-Trump-Lied. Ist kein Love Song.“

Poetry Slam oder Hip-Hop

Die ersten Neugierigen kamen erst eine halbe Stunde nach Konzertbeginn in das Jugendzentrum „Westside“, um Gray und den anderen zu lauschen. Das sei aber in Ordnung: „Wir werden nach einem Mal nicht direkt aufgeben, denn ein neues Konzept braucht zwei bis drei Ausgaben, um sich zu etablieren“, sagt Schroeder und zeigte sich optimistisch. Nächstes Jahr soll die Veranstaltung ein anderes Genre als Thema haben. „Wir können uns durchaus Poetry Slam oder eine Hip-Hop-Edition vorstellen, was auch eher die Musikrichtung der Besucher des Jugendzentrums ist“, erklärt Lopes-Pedro. Die Voraussetzungen für die Jugendlichen, auch einmal selbst zu musizieren, sind in jedem Fall gegeben: Das Jugendzentrum verfügt über ein eigenes Aufnahmestudio und „ich habe zwei Rapper unter meinen Jugendlichen“, erzählt Lopes-Pedro.

(mepo)
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