Westdeutsche Grenzschau Rassegeflügel lockt Besucher

Westdeutsche Grenzschau Rassegeflügel : Beeindruckende Schau der Artenvielfalt

Ein Hahn kräht, und ein Huhn legt Eier. Darauf beschränkt sich der Kenntnisstand mancher Menschen, wenn es um die gefiederten Tiere geht. Doch Hahn ist nicht gleich Hahn und Huhn nicht gleich Huhn, wie die Besucher der Westdeutschen Grenzschau Rassegeflügel eindrucksvoll erleben konnten.

Es wurde gekräht, gegurrt und auch gequakt, denn gleich im Eingangsbereich des Jugendheims Münsterbusch begrüßten drei Laufenten die Gäste in einem wunderbar gestalteten Gehege. Nur wenige Schritte später konnten in so genannten Schaubrütern Küken beim Schlüpfen bestaunt werden – zur Freude von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen.

Im großen Saal war dann die Schönheit der Prachtexemplare zu bewundern. Züchter aus der Region, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg hatten Hühner und Rassetauben ausgestellt und damit beeindruckend Zeugnis abgelegt, wie ihr Hobby artgerechte Haltung, Tierschutz und die Bewahrung der Artenvielfalt quasi „unter ein Gefieder“ bringt und den verantwortungsvollen Gegenpol zur industriellen Massentierhaltung darstellt. Noch internationaler als der Kreis der Züchter waren die Rassen der etwa 400 gezeigten Tiere.

Heimische „Rheinländer“ trafen auf „Amrocks“, „Orpringtons“ und „Sussex“, „Australorps“ und „Indische Kämpfer“ waren ebenso zu sehen wie „Italiener“, „La Fléche“, „Antwerpener Bartzwerge“, „Ko Shamo“ oder „Altorientalische Mövchen“, um nur einige der Rassen zu nennen. Die zweitägige Westdeutsche Grenzschau Rassegeflügel war zugleich auch die Kreisschau des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter Aachen und wurde unter der Schirmherrschaft von Domkapitular Monsignore Gregor Huben von dem 111 Jahre alten Geflügelzuchtverein Eilendorf veranstaltet.

Faszinierendes Wunder der Natur: In Schaubrütern konnten Küken beim Schlüpfen bestaunt werden. Foto: ZVA/Dirk Müller

Dessen Vorsitzender Leo Lauter freute sich besonders über den sehr guten Zuspruch der Besucher: „Wir haben zahlreiche Gäste begrüßt, und die Besucher waren zudem äußerst interessiert. Diese tolle Resonanz hat uns angenehm überrascht und nährt auch die Hoffnung, weitere junge Menschen für unser schönes Hobby begeistern zu können“, sagte Lauter. Und tatsächlich habe die große Schau mehrere Generationen begeistert, beschrieb der Stolberger Ausstellungsleiter Heinz Nießen: „Es gab Besucher, die kamen vormittags vorbei und sind dann nachmittags mit ihren Kindern oder Enkeln wiedergekommen.“

Nießen leitete nicht nur die Ausstellung für Geflügelzuchtverein Eilendorf, sondern hat auch den ersten Dreiländereck-Preis ins Leben gerufen und den Pokal selbst entworfen. Dieser Preis soll ab jetzt jedes Jahr verliehen werden, und bei der Premiere gewann Nießen selbst den Pokal. Was, wie er betont, natürlich mit rechten Dingen zugegangen sei: „Die Preisrichter waren absolut neutral“, sagte Nießen und verwies darauf, dass der Eilendorfer Verein ganz bewusst Preisrichter verpflichtet habe, die nicht aus der näheren Umgebung kommen, sondern aus Kamen, Düsseldorf, Hattingen, Reichshof-Brüchermühle und Kasbach-Ohlenberg angereist waren. Den selbst entworfenen ersten Pokal des Dreiländereck-Preises hat Nießen zwar verdient gewonnen, aber nicht mit nach Hause genommen, sondern seinem Verein gestiftet.

Voll des Lobes für die Ausstellung, die auch mit dem Imbiss „Goldener Hahn“ und einer sehr ansprechenden Erntedank-Dekoration punktete, war auch Wolfgang Terwege. Der Vorsitzende des Landesverbands Rheinischer Rassegeflügelzüchter war aus Bocholt nach Münsterbusch gekommen, um die Schau des Eilendorfer Vereins zu sehen. „Weil ich geahnt habe, dass es sich lohnt. Es ist eine wunderschöne Ausstellung, die mit sehr viel Liebe hergerichtet ist“, meinte Terwege. Die Schau sei enorm attraktiv für die Besucher, und „der Geflügelzuchtverein Eilendorf ist immer vorbildlich mit viel Herzblut aktiv und unterstützt auch stets den Landesverband nach Kräften“.

Wolfgang Terwege (v. l.), Vorsitzender des Landesverbands Rheinischer Rassegeflügelzüchter, Ausstellungsleiter Heinz Nießen und der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Eilendorf, Leo Lauter, präsentieren zwei gefiederte Prachtexemplare ihrer Art und den ersten Dreiländereck-Pokal. Foto: ZVA/Dirk Müller
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