1. Lokales
  2. Stolberg

Hilfe für bedürftige Kinder: Wenn der Malkasten einfach zu teuer ist

Hilfe für bedürftige Kinder : Wenn der Malkasten einfach zu teuer ist

Kurz vor den Ferien blicken viele Stolberger schon auf das nächste Schuljahr. Wer braucht eine neue Sporttasche, welche Bücher müssen gekauft werden? Manchmal übersteigen diese Anschaffungen die finanziellen Möglichkeiten der Familien. Da kommt jetzt ein neuer Schulfonds ins Spiel, der vom Aachener Verein Nele und Hanns Bittmann e.V. gefördert wird.

Rund 2400 Kinder besuchen die 15 Schulen der Stadt Stolberg. Wenn am Mittwoch, 12. August, das neue Schuljahr beginnt, werden sich viele von ihnen mit neuen Schulbüchern, neuen Schultaschen und neuen Federmäppchen auf den Weg zum Unterricht machen.

Doch für viele Familien in der Stadt sind diese vermeintlich kleinen Anschaffungen kaum zu stemmen. Für diese Fälle hat die Stadt Stolberg gemeinsam mit dem Aachener Verein Nele und Hanns Bittmann e.V. jetzt den Schulfonds aus der Taufe gehoben.

„Der Verein ist im vergangenen Jahr auf uns zugekommen, wofür wir sehr dankbar sind“, erklärte Stolbergs Bürgermeister Patrick Haas im Rahmen der offiziellen Vertragsunterzeichnung am Donnerstagmorgen. Mit dem Schulfonds wolle man auf unbürokratische Weise den Kindern helfen, deren Anschaffungen nicht durch beispielsweise Sozialhilfe abgedeckt werden, die aber dennoch bedürftig sind.

Das passt genau ins Schema vom 2006 gegründeten Nele und Hanns Bittmann-Vereins, wie Albrecht Peltzer, Vorsitzender des Vereins, erklärte: „Uns geht es darum, Kindern in finanzieller Not zu helfen, wenn staatliche Hilfen nicht greifen.“

Spenden bekommt der Verein beispielsweise durch Sammelaktionen von Schulen oder auch direkt von Firmen aus der Region. In der Stadt Aachen habe man auf diese Weise bereits Schulbücher im Wert von mehr als 40.000 Euro für bedürftige Kinder und Jugendliche anschaffen können.

Freuen sich über die gelungene Kooperation: Stolbergs Dezernent Michael Ramacher (von links), Barbara Breuer, Abteilungsleitung Schule und Sport, Sabine Beumer, Vorsitzende Jugendamtselternbeirat, Bürgermeister Patrick Haas und Albrecht Peltzer, Verein Nele und Hanns Bittmann. Foto: MHA/Sarah-Lena Gombert

Nun sei man froh, die Aktivitäten auf die ganze Städteregion ausweiten zu können. „Darum haben wir uns sehr über die schnelle Reaktion aus Stolberg und die sehr gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung gefreut“, sagte Peltzer.

Das Prinzip des neuen Schulfonds ist dabei sehr simpel und bewusst niederschwellig gehalten, erläuterte Barbara Breuer aus dem Stolberger Schulamt. „Wenn Lehrer oder Schulleiter merken, dass es den Kindern an etwas fehlt, können sie sich direkt bei uns melden – um zum Beispiel Malkästen, Federmäppchen oder die nötigen Schulbücher anzuschaffen“, sagte sie. Das Engagement des Nele und Hanns Bittmann-Vereins sei deswegen so wichtig, weil es verhindere, dass Kinder sich ausgeschlossen fühlen.

Etwas überrascht habe sie, dass nicht nur die Innenstadtschulen, sondern auch Einrichtungen aus den wohlhabenden Stadtteilen großes Interesse bekundet hätten. Das sei aber auch vollkommen in Ordnung, der Schulfonds ist für alle Schulen da, ob nun Grundschule oder weiterführende Schule.

Damit das Hilfesystem läuft, will die Verwaltung noch einmal die Werbetrommel rühren und alle Schulen gezielt informieren. „Wir setzen da jetzt ganz auf die Kooperation mit unseren Stolberger Lehrerinnen und Lehrern“, betonte Breuer. Denn sie seien diejenigen, die am ehesten mitbekommen, wenn den Kindern etwas fehlt.

Wieviel von den bislang eingezahlten 6000 Euro im kommenden Schuljahr abgerufen wird, muss natürlich abgewartet werden. Albrecht Peltzer sagte dennoch spontan zu, den Betrag von Seiten des Vereins aufzustocken, wenn das Geld benötigt wird.