Stolberg: Wenkbüll der ersten Stunde im närrischen Landtag ausgezeichnet

Stolberg: Wenkbüll der ersten Stunde im närrischen Landtag ausgezeichnet

Am Tag des „Närrischen Landtags“ hat das Landtagspräsidium 13 Persönlichkeiten und Vereine ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Karnevalstradition im Land eingesetzt haben. Begrüßt wurden die Vertreter der Regionalverbände aus ganz NRW im Plenarsaal des Landtages von der Landtagspräsidentin Carina Göddecke.

Das Karnevalskomitee der Stadt Stolberg hatte in diesem Jahr Hans Wenn von der KG „De Wenkbülle“ vom Donnerberg vorgeschlagen. Als Gründungsmitglied der Gesellschaft wurde das Urgestein des Donnerberger und Stolberger Karnevals geehrt. Die Laudatio hielt Daniel Düngel, Vizepräsident des Landtages, der den karnevalistischen Werdegang von Hans Wenn schilderte: Hans Wenn wurde am 24. März 1931 geboren.

Am 18. März 1952 wurde die Karnevalsgesellschaft „De Wenkbülle“ als gesellige Vereinigung der Schützen auf dem Donnerberg gegründet. Schon im selben Jahr marschierte der Elferrat unter der Führung des Zeremonienmeisters Hans Wenn in den Saal ein. Er ist somit eines der ältesten noch lebenden Mitglieder der KG. Er war und ist bis heute einer der Aktivposten im Verein.

In der Session 1962 begeisterte er als Büttenredner mit herrlichen Lokalerzählungen, 1966 war er Mitbegründer des „Jugend Fanfaren-Korps Donnerberg“, aus dem die Trompetenbläser Donnerberg entstanden, die bis heute ein Markenzeichen des Stolberger Karnevals sind. 1978 übernahm Hans Wenn als 1. Jugendbetreuer den Nachwuchs der KG. Dieses Amt bekleidete er bis 1993. In dieser Zeit hat er sehr erfolgreich den Jugendlichen — teilweise bis zu 70 Kindern — die Werte des Brauchtums Karneval weitergegeben und vorgelebt.

Er hat Kinderprinzen begleitet, beim Wagenbau geholfen, sich an der Fertigung der Orden beteiligt, Holzklabüsen gefertigt, Kinderfeste organisiert und so vieles mehr. Immer hat sich Hans Wenn mit viel Eifer und ohne Murren für das Brauchtum Karneval eingesetzt. Viele heutige Gardisten und Elferräter, aber auch die heutige Jugend nennen ihn immer noch liebevoll Onkel Hans.

1982 wurde er Kommandant der Garde, in diesem Jahr Ehrenkommandant. Er nimmt noch regelmäßig am Vereinsleben teil, fehlt selten bei Auftritten oder Versammlungen und ist als Zeugwart weiter mitten im Geschehen. Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde er mit dem höchsten BDK-Verdienstorden, dem Verdienstorden in Gold mit Brillanten, ausgezeichnet.

Voller Stolz erhielt dann Hans Wenn den Verdienstorden des Landtages und die Urkunde. Die Stolberger Delegation, angeführt von den Vorstandsmitgliedern des Komitees — Josef Behlau, Michael Bartz und Angelina Schneider —, und Mitgliedern der KG „De Wenkbülle“ freuten sich mit „Onkel Hans“ über diese Auszeichnung. Selbstverständlich war auch seine Gattin Sibille in Düsseldorf mit dabei. Als sie zur Bühne gebeten wurde kam sie in Begleitung der Abordnung der KG Wenkbülle. Kaum dort angekommen, sagte sie: „Hans, du hast de Kapp schev obsitze“ und rückte das gute Stück gerade. Der Applaus des Plenums war ihr sicher.

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