Weitere Verteilerkästen sollen in Stolberg verschönert werden

Zur Verschönerung der Innenstadt : Ein Stromkasten voller Geschichte

Auf den ersten Blick nimmt man die Folie auf dem grauen Stromkasten an der Burgstraße gar nicht so richtig wahr. Erst beim zweiten Hinsehen wird deutlich, dass sich auf dem einst so tristen Kasten ein Stück Stolberger Geschichte präsentiert.

Was auf der schwarz-weißen Folie zu sehen ist?

Ein historisches Foto von einem Gebäude, das sich in direkter Nähe befindet. Das Gebäude, in dem sich heute eine Gaststätte befindet, hat sich im Laufe der Jahre gar nicht so sehr verändert, wird beim genaueren Betrachten schnell deutlich. Doch was hat es mit dem verschönerten Verteilerkasten auf sich? Die Stolberger Innenstadt soll schöner werden und genau dieses Projekt soll dazu beitragen. Zwei Stromkästen sind in den vergangenen Monaten bereits fertiggestellt worden, zwei weitere sollen in Kürze folgen. Das Besondere: Jeder Stolberger kann daran mitwirken. Wie das funktioniert? Dazu später mehr.

Es ist ein Projekt aus dem sogenannten Verfügungsfonds. Bei diesem werden Mittel zur Verschönerung der Talachse bereitgestellt. Was man in diesem Fall dafür tun muss? Laut Info-Flyer ist das Prozedere ganz einfach. Liest man sich die einzelnen Schritte allerdings durch, wird deutlich, dass dafür schon ein größerer Aufwand erforderlich ist. Man muss: einen Kasten auswählen, diesen ausmessen, prüfen, ob der Kasten im Lageplan der Stadt verzeichnet ist, ein passendes Motiv – mit Bezug zum Standort – suchen, ein Layout erstellen und mit dem Aufmaß an eine Fachfirma schicken, die Zustimmung des Eigentümers einholen, einen entsprechenden Antrag ausfüllen und den an das Quartiersmanagement schicken. Dort sind die Ansprechpartner für das Projekt zu finden.

Wenn Stadt und das Gremium des Verfügungsfonds ihr Okay gegeben haben, kann es losgehen. Ist der Kasten fertig, muss ein Foto gemacht werden, das muss an die Stadt geschickt werden und dann können 50 Prozent der Kosten – die liegen in der Regel zwischen 250 und 850 Euro – erstattet werden. Nicht gerade wenig Aufwand, bei dem die Gesellschaft für Stadtmarketing allerdings Hilfe leistet. Findet sich ein Sponsor, kümmern sich die Ehrenamtler darum, dass der Kasten entsprechend gesäubert wird und helfen ebenfalls beim Stellen des Antrags.

Das Stolberger Stadtmarketing kennt sich damit aus. Schließlich ist Marita Matousék vom Vorstand des Stadtmarketings selbst Pate für einen solchen Kasten. Dieser befindet sich in der Burgstraße. Ein weiterer Kasten befindet sich in der Straße „In der Schart“ und als Paten stehen Stefanie Schulz und Lutz Scheffler vom Gästehaus „Vanille & Chocolat“ zur Verfügung. Bei den Stolbergern komme die Aktion gut an, meint Marita Matousek.

Zwei neue Kästen sollen bald folgen. Die Firma Hein übernimmt einen Verteilerkasten in der Straße „An der Krone“. Auf diesem soll ein Motiv der alten Stielsgasse zu sehen sein. Das Sportgeschäft Flink übernimmt vor dem Ladenlokal an der Rathausstraße ebenfalls einen Kasten. Auf diesem wird ein altes Foto des Gebäudes zu sehen sein. Nach der erfolgreichen Umsetzung und Fertigstellung des Projekts erhalten übrigens alle Paten für ihr Engagement und den Beitrag zur Entwicklung der Stadt einen Originalstein vom Kaiserplatz als Dankeschön.