Stolberg-Donnerberg: Wechsel in der Leitung des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Aachen

Stolberg-Donnerberg : Wechsel in der Leitung des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Aachen

Sein Credo lautete: „kreativ denken und pragmatisch handeln“. Seit 2002 stand Regierungsdirektor Norbert Berger als Leiter an der Spitze des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Aachen, das bis zum 30. Juni 2007 den Namen „Standortverwaltung Aachen“ trug.

Mit Ablauf des 31. August tritt der Diplom-Verwaltungswirt aus Altersgründen in den Ruhestand. Im Rahmen eines würdevollen Festakts wurde Norbert Berger nun in der Donnerberg-Kaserne in Stolberg verabschiedet. Ulrike Hauröder-Strüning, Präsidentin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, würdigte die Verdienste des scheidenden Behördenleiters, überreichte die Abschiedsurkunde und führte kurz darauf Oberregierungsrat Horst-Dieter Pauls als Nachfolger in das Amt ein.

„Die Verabschiedung des Leiters bedeutet für eine Behörde stets eine Zäsur“, betonte Ulrike Hauröder-Strüning. 16 Jahre lang habe Norbert Berger Herausforderungen gemeistert. Nun übergebe er seinem Nachfolger ein gut aufgestelltes Bundeswehr-Dienstleistungszentrum. Gregor Jansen, Dezernent für Finanzen, Sicherheit und Ordnung der Städteregion Aachen, würdigte die Arbeit von Norbert Berger. Das Dienstleistungszentrum als „Truppe hinter der Truppe“ sei in vielerlei Hinsicht unverzichtbar.

„Auch die Städteregion partizipiert als Untere Katastrophenschutzbehörde von den Fähigkeiten der Bundeswehr und des Dienstleistungszentrums“, so der Dezernent, der die große Zahl der Auszubildenden hervorhob. „Unter der Leitung von Norbert Berger war der Blick im Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Aachen in die Zukunft gerichtet.“

Nachfolger Horst-Dieter Pauls

Oberst Carsten Brauner, der seit zwei Jahren als „Standortältester Aachen“ fungiert, erinnerte unter anderem an die kurzfristige Unterbringung einer erheblichen Zahl von Flüchtlingen im Zuständigkeitsbereich des Dienstleistungszentrums. Eine Aufgabe, die nur erfolgreich habe bewältigt werden können, da die zivilen und militärischen Dienststellen sehr gut zusammengearbeitet hätten. Und dies sei nicht zuletzt auch der Verdienst von Regierungsdirektor Norbert Berger. Axel Lingens lobte als Vorsitzender des Personalrates beim Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Aachen das Engagement des scheidenden Behördenleiters, der sich immer mit ganzer Kraft für seine Dienststelle eingesetzt sowie stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter gehabt habe, und hieß kurz darauf dessen Nachfolger Horst-Dieter Pauls herzlich willkommen.

Norbert Berger betonte in seiner Abschiedsrede, dass er sich über die zahlreichen lobenden Worte, „die auch zum Ende einer Dienstzeit guttun“, freue und dankte auch für die konstruktive Kritik, die ihn in den zurückliegenden Jahren erreicht habe. „Das hohe Ansehen der Behörde ist dem hervorragenden Wirken der Mitarbeiter zu verdanken, die ihre Aufgaben unter nicht immer guten Bedingungen und Voraussetzungen bewältigen“, so der Diplom-Verwaltungswirt, der seine ersten Erfahrungen mit der Bundeswehr während seiner Grundausbildung im niederländischen Budel im Jahr 1972 sammelte („um ehrlich zu sein, meine Begeisterung hielt sich zunächst in Grenzen“), während seines Wehrdienstes die Verwaltung der Bundeswehr „mit ihren interessanten und vielschichtigen Aufgabenbereichen“ entdeckte und zu schätzen lernte und von 1976 bis zum Jahr 2000 in der Standortverwaltung Düren, zuletzt als kommissarischer Leiter, tätig war.

Im Gedächtnis blieben ihm nicht zuletzt die Strukturveränderungen innerhalb aller Bereiche der Bundeswehr, die mit massivem Personalabbau einhergegangen seien. Zum Glück sei aber langsam wieder ein Umdenken festzustellen: „Seit eineinhalb Jahren wird das Personal wieder aufgestockt. Dies ist auch unabdingbar, um die Aufgaben der Zukunft zu meistern“, sprach Norbert Berger deutliche Worte.

Schließlich ist ihm der Samstagmorgen im September 2015 noch in Erinnerung, als ihn ein Anruf aus dem Verteidigungsministerium erreichte, der die fast unmittelbare Ankunft von 300 Flüchtlingen ankündigte, die unterzubringen seien. „Ich habe noch nie so viel telefoniert wie in den folgenden Stunden. Es war bewundernswert, was die Mitarbeiter, die die folgende Nacht durcharbeiteten, geleistet haben.“

(ran)
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