Stolberg/Vatnajökull: Wasser sparen in Island: Im Häuschen steht eine Schaufel

Stolberg/Vatnajökull: Wasser sparen in Island: Im Häuschen steht eine Schaufel

Der eine oder die andere erinnert sich bestimmt noch an die Schülerin, die gerne im Unterricht ein Nickerchen macht. So jedenfalls war es in einem unserer Wochenend-Interviews vor gut einem Jahr zu lesen. Die junge Dame, von der hier die Rede ist, heißt Tabea Marx, ist 13 Jahre alt, besucht die Klasse 8b des Ritzefeld-Gymnasiums und hat uns im November 2011 einiges über „Schule in China“ verraten.

In den großen Ferien hat Tabea mit ihren Eltern im Wohnwagen die Insel Island umfahren und sich dort besonders von umweltfreundlichen Toiletten beeindrucken lassen. Wie man dort mit Toiletten Wasser und Energie spart, schildert sie hier:

An einer Gletscherzunge des Vatnajökulls, an der wir übernachtet haben, gibt es ein kleines Häuschen, das geduckt alleine im Nichts steht. Als wir ankamen, fragten wir uns, was das unscheinbare Häuschen wohl sein mochte.

Geräumiges Zimmer ohne Spülung

Aus Neugier guckten wir hinein und sahen ein geräumiges Zimmer mit einer ganz normalen Toilette, nur mit fehlender Toilettenspülung. Daneben stand ein Behälter, in dem sich Holzspäne, Hamsterstreu ähnlich, und eine Schaufel befanden. In der Toilette, unter der ein großes Loch sein musste, waren ebenfalls Holzspäne zu finden.

Als wir uns hilflos nach einer Anleitung umsahen, fanden wir doch tatsächlich eine: sogar auf Deutsch und mit Bildern.

Darin war beschrieben, dass man seine Hinterlassenschaften einfach mit einer Schaufel Holzspäne aus dem Behälter bedecken sollte, nur so viel, dass alles bedeckt sei. Zum Händewaschen gab es Wasser aus einem Wasserhahn, aus dem nur sehr wenig Wasser floss, und es hing noch extra ein Schild darüber, auf dem um sparsames Nutzen des Wassers gebeten wurde.

Dabei mangelt es in Island keineswegs an Wasser: Diese Maßnahmen dienen allein dem Umweltschutz, da auch Kläranlagen viel Energie verbrauchen.

Als wir uns der Inneneinrichtung des Häuschens zuwandten, fiel uns auf, dass die kleinen Fenster und das in der Tür doch tatsächlich mit selbstgehäkelten, niedlichen, schneeweißen Vorhängen verziert worden waren. Der Fußboden bestand aus breiten Holzdielen, die das Ganze sehr gemütlich wirken ließen.

Es duftet nach Holzspänen

Außerdem war es dort so sauber, als würden die Besucher die Toilette genauso behandeln wie ihre eigene zu Hause, und es roch nur angenehm nach Holzspänen.

Am größten Wasserfall Europas — Dettifoss — gibt es ebenfalls Plumpsklos, deren Inhalt mit Plastiksäcken aufgefangen wird, und die auch mit Holzspänen funktionieren. Fröhliche Ehrenamtliche wechseln die Plastiksäcke, die erstaunlicherweise gar nicht stinken, unermüdlich. Die Wasserversorgung zum Händewaschen funktioniert wie am Vatnajökull: ein Wasserhahn, der nur kleine Wassermengen spendet und die Bitte, wenig zu verbrauchen.

Besser kann man die Umwelt in Sachen Toiletten gar nicht schützen, denn das Gemisch aus Holzspänen und Hinterlassenschaften kann man hinterher hervorragend als Dünger verwenden.