Stolberg: Wanderung durch das Naturschutzgebiet auf dem Schlangenberg

Stolberg: Wanderung durch das Naturschutzgebiet auf dem Schlangenberg

Der Schlangenberg hat während der Wintermonate sein Gesicht gewandelt. Aus einem immer dichter werdenden Kiefernbewaldung ist wieder das geworden, was die Natur ursprünglich für das von schwermatallhaltigen Böden geprägten Gelände vorgesehen hatte: Eine parkähnliche Landschaft mit vereinzelten Baumgruppen und einer Trockenrasenflora mit reichlich Platz für die weltweit einzigartige Galmeivegetation.

Ihrem Erhalt dient die großangelegte Rekultivierungsmaßnahme auf 40 Hektar des Naturschutzgebietes. Der größte Teil der Arbeiten ist geschafft. Noch einige Haufen Schlagabraum müssen geschreddert, noch einige Bereich des Areals gemulcht werden, um den unerwünschten Bewuchs dauerhaft zu unterdrücken.

Aber die sommerliche Witterung dieser Tage trägt bereits erste Früchte; überall sprießt die Natur, seltene Pflanzen erobern ihren Lebensraum zurück. Eine passende Gelegenheit für Stolbergs Förster Theo Preckel, einen Überblick über Flora und Faune im Naturschutzgebiet zu geben. „Man sieht nur, was man kennt”, hat Preckel seine Einladung an unsere Leser zu einer Wanderung über den Schlangenberg überschrieben, bei der auch die forstwirtschaftlichen Maßnahmen der vergangenen Wochen und das weitere Vorgehen näher erläutert werden.

Sehen kann man, wenn man es erkennt, beispielsweise die ersten Galmeiveilchen, Buschwindröschen, Schaumkraut oder auch den fast schon verblühten Seidelbast - allesamt Vertreter einer selten gewordenen Pflanzengesellschaft, zu der natürlich auch die passende Flora aus Schmetterlingen, Kleinsäugetieren und Vögeln gehört. Auch sie sind Spezialisten, die sich ihrer Umgebung in Lebensgewohnheiten und Aussehen gerne anpassen. „Man sieht eben nur, was man kennt und damit erkennt”, erklärt Stolbergs Förster. Wenn man sieht und kennt, was in diesem Naturschutzgebiet gedeiht, dann weiß man den Wert des Schlangenbergs besser zu schätzen. Die Schwermetallflora gilt als weltweit einzigartiger Bestand; sie ist zunehmend vom Aussterben bedroht, so dass ihrem Schutz in der Kupferstadt eine besondere Bedeutung beikommt.

Treffpunkt zu der Führung mit Förster Theo Preckel ist am Samstag, 23. April, um 14 Uhr an der Parkplatz Waldschänke. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.