Stolberg: Vorerst kein Stellenabbau bei Kerpen

Stolberg: Vorerst kein Stellenabbau bei Kerpen

Die am Dienstag veröffentlichten Zahlen hatten durchaus etwas Positives: Um immerhin acht Prozent ist der Konzernumsatz des Kabelsystemanbieters Leoni von April bis Juli gegenüber dem ersten drei Monaten des Jahres gestiegen.

Unterm Strich steht aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein ganz dickes Minus von 35,2 Prozent und ein Konzernfehlbetrag von 88,2 Millionen Euro nach Steuern in der Bilanz. Und das wird auch bei dem international agierenden Branchenriesen Konsequenzen haben: Der „deutliche Personalabbau”, in dessen Rahmen seit dem 1. Juli 2008 weltweit bereits fast 8000 der ehemals über 53.000 Jobs gestrichen worden sind, soll fortgesetzt werden”, kündigt die Geschäftsführung an.

Das lässt natürlich auch die rund 650 Mitarbeiter der Leoni-Tochter Kerpen in Stolberg aufhorchen, die bislang von derartigen Maßnahmen verschont geblieben sind. „Wir können natürlich keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen ausschließen. Im Augenblick versuchen wir aber, die Auswirkungen der Krise mit einer Ausweitung der Kurzarbeit zu kompensieren”, erklärte Kerpen-Geschäftsführer Roland Schultner auf Anfrage unserer Zeitung.

Dass eine derartige Kompensation nötig sein würde, war Anfang des Jahres zumindest in diesem Ausmaß noch nicht absehbar gewesen. „Wir sind mit unserem Geschäftsmodell etwas verzögert von der Krise getroffen worden”, stellt Schultner fest.

Vor allem die Kunden im Bereich Petrochemie und Datentechnik trotzten dem aktuellen Trend lange, ehe auch in diesem Bereich die Nachfrage spürbar zurückging.