Stolberg-Mausbach: Von Europa sind sie fest überzeugt

Stolberg-Mausbach: Von Europa sind sie fest überzeugt

„In Stolberg bin ich immer noch der Holländer”, schmunzelt John Schaepkens. Als Fußballtrainer, Vereinsmensch und Betriebsrat hat er zweifellos einen hohen Bekanntschaftsgrad erreicht in den mittlerweile 33 Jahren, die er in der Kupferstadt lebt.

Dass der gebürtige Kerkrader trotzdem immer noch der „Holländer” genannt wird, macht ihm nicht aus - auch wenn man ihn eigentlich „den Europäer” rufen müsste. Denn kaum ein anderer in Stolberg verkörpert mit seiner Familie derart zutreffend das vereinte Europa.

„Ich bin in den Niederlanden geboren, lebe in Deutschland und habe eine Frau aus Spanien geheiratet, wo wir auch sehr viele Freunde haben”, bringt der 53-Jährige die Internationalität im Hause Schaepkens auf den Punkt. Doch dabei bleibt es nicht, denn die äußeren Umstände sind längst zu inneren Werten geworden. Und so verkündet John Schaepkens mit tiefer Überzeugung: „Ich fühle mich total als Europäer.”

Seine Frau Maria-Belén Gonzalez-Colmenar kann das nur unterstreichen. Sie tut das mit einer großen Selbstverständlichkeit, obwohl sie die noch gar nicht so weit zurückliegenden Zeiten erlebt hat, in denen das Europa in seiner heutigen Form noch kaum vorstellbar gewesen war. Es waren die Zeiten der Grenzkontrollen, der Einfuhrbeschränkungen, der National- und auch der Sprachgrenzen. 1975, als sich John und Maria-Belén bei der Firma Prym kennen lernten, war all das Normalität.

Wohl auch deshalb fühlten sich die junge Frau, die als Sechsjährige von ihren Eltern nachgeholt worden war, und der niederländische Schlosser, der täglich zwischen seiner Heimat und seinem Arbeitsplatz Arbeitsplatz pendelte, anfangs gar nicht wohl in Stolberg. „Damals habe ich gesagt, dass ich hier kein halbes Jahr bleiben würden”, erinnert sich John Schaepkens. „Doch dann ist alles anders gekommen. Schon 1976 wurde geheiratet, zunächst in Büsbach und Münsterbusch gewohnt und dann 1988 in Mausbach gebaut.

„Wir sind überall herzlich aufgenommen und immer akzeptiert worden”, stellt Maria-Belén den Stolbergern einen großes Kompliment aus. Auch die beiden Söhne Steven (22) und Pascal (29) können nur Gutes berichten von ihrem „Gastland”, das längst zur Heimat geworden ist. Mit Assimilation hatte die Integration der Familie nie etwas zu tun. Im Gegenteil: Die Vielfalt wurde als großer Wert geschätzt und gepflegt.

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