Mini-Baustelle statt Wippe in Büsbach: Vom Auf und Ab(bau) eines Spielgerätes

Mini-Baustelle statt Wippe in Büsbach : Vom Auf und Ab(bau) eines Spielgerätes

Das Auf und Ab ist die grundlegende Charakteristik einer Wippe. Hinsichtlich des Spielgerätes auf dem Büsbacher Markt hat das Auf und Ab allerdings mehrere Bedeutungen. Vor allem das wiederholte Auf- und Abbauen der Wippe erinnert an eine unendliche Geschichte. Der letzte Abbau erfolgte im Februar, und der Aufbau lässt auf sich warten.

Lange Zeit war die Wippe auf dem Marktplatz an der Konrad-Adenauer-Straße der einzige „Spielplatz“ in Stolbergs größtem Stadtteil. Heute lockt zwar „Ribbecks Garten“ als generationsübergreifender Spielplatz in das Neubaugebiet Eburonen-/Gallierweg, doch der Markt in Büsbachs Ortsmitte bleibt ein frequentierter Anlaufpunkt für Eltern und ihre spielenden Kinder. Diese erleben, was besagte Wippe anbelangt, ein Auf und Ab seit mehreren Jahren. Materialermüdung beziehungsweise Verschleiß mag eine logische Erklärung für regelmäßige Ertüchtigungen sein, aber es gibt auch andere Gründe für den Abbau des Spielgerätes.

Etwa Vandalismus oder eine anfänglich wenig stabile Ausführung der Wippe, und der jüngste Grund war besonders spektakulär. „Anfang Februar kam es in Büsbach zu einem medizinischen Notfall, und ein Rettungshubschrauber musste auf dem Marktplatz landen“, beschreibt Georg Paulus, Leiter des Technischen Betriebsamts (TBA) der Kupferstadt. Dabei habe der Hubschrauber im wahrsten Sinne des Wortes viel Wind gemacht – so viel, dass der Fallschutz um die Wippe ausgehoben wurde.

Ein Fall für das TBA: „Wir haben den Fallschutz eingesammelt, und weil das Spielgerät aus Sicherheitsgründen ohne die Schutzmatte nicht benutzt werden darf, mussten wir die Wippe abbauen.“ Es blieb die im Boden eingelassene Verankerung, die vom TBA mit den in Stolberg bestens bekannten rot-weißen Baustellenabsperrungen gesichert wurde. Das TBA hatte seine Pflicht erfüllt, und nun wechselte die Zuständigkeit innerhalb der Stadtverwaltung zum Jugendamt.

Wo derzeit Warnbarken stehen, sollte eigentlich eine Wippe locken. Foto: Dirk Müller

Laut Informationen unserer Zeitung hat das TBA das Jugendamt über den Vorfall informiert und die Anfrage gestellt, wie weiter verfahren werden soll – am 6. Februar. Dennoch warten die Büsbacher Kinder jetzt schon seit über einem halben Jahr auf eine neue Wippe auf dem Marktplatz. Ob dort überhaupt ein neues Spielgerät installiert wird, sei derzeit noch ungewiss, beschreibt Michael Bosseler. Der Jugendpfleger, der bei der Stadtverwaltung für Spielplätze und -geräte zuständig ist, erläutert: „Die Verwaltung klärt momentan, ob der Standort der Wippe auf dem Büsbacher Markt durch einen besser geeigneten ersetzt werden kann.“

Dazu sei auch ein Ortstermin angesetzt, der am 10. September stattfinde. Wenn die Bürger am Dienstag, 17. September, um 19 Uhr zur Informationsveranstaltung im Bürgerhaus eingeladen sind, bei der es um die Umgestaltung des Büsbacher Marktes samt Umfeld geht, könnte also besagtes Auf und Ab der Wippe im Zentrum Büsbachs immer noch ein Thema sein – dann über sieben Monate nach dem letzten Abbau des Spielgerätes.

(dim)
Mehr von Aachener Nachrichten