Stolberg: Vier Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Hartogs

Stolberg : Vier Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Hartogs

Vier weitere Stolpersteine sollen noch in diesem Jahr in Stolberg verlegt werden. Das hat der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus (ASKST) nun in seiner Sitzung beschlossen. Die Steine sollen in der Stolberger Innenstadt — genauer gesagt in der Sonnentalstraße vor dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus mit der Hausnummer 1 — verlegt werden.

Dort wohnte einst Familie Hartog, die dort eine Metzgerei führte. Salomon Hartog war Mitbegründer der Volksbank im Jahr 1908 und Innungsmeister. Er und seine Frau Jettchen wurden 1942 in Lublin vergast. Sohn Kurt zog zunächst nach Aachen, dann in die USA und entkam so dem Holocaust. Tochter Johanna überlebte ebenfalls. Sie floh nach England.

Ins Leben gerufen wurden die Stolpersteine von Gunter Demnig. Ob er bei der Verlegung dabei sein wird, steht noch nicht fest. Foto: L. Weinberger

Die Finanzierung der Steine sei geklärt, teilte die Gruppe Z, die eine weitere Verlegung beantragte, der Verwaltung mit. Die Aufgabe der Stolpersteine: Sie sollen die Erinnerung an die Schicksale der deportierten und ermordeten Menschen, auch 70 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus, wachhalten.

Da die betroffenen Familien in Stolberg gewohnt haben, ist ein örtlicher Bezug gegeben. So sollen die Stolpersteine unmittelbar vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer einen neuen Platz finden.

Mit der Verlegung von Stolpersteinen ist die Stadt bereits vertraut. Ende November 2016 wurde so die Geschichte der Familie Imdorf festgehalten. Sie lebten bis 1941 in Mausbach und Gressenich, blieben allerdings nicht vor dem Terror der Nationalsozialisten verschont. Insgesamt fünf Steine wurden damals an der Gressenicher Straße 33 in Mausbach verlegt. Auf der Straße „Auf der Eiche“ in Gressenich wurden weitere Steine platziert und zwar vor den Häusern mit den Nummern 8 und 15.

Gedenktafeln aus Messing

Im Dezember 2015 wurden damals die ersten Stolpersteine platziert — damals in der Innenstadt. Im Steinweg wurden zwölf der kleinen Gedenktafeln aus Messing in den Gehwegbelag eingesetzt. Dort erinnern nun sechs Stolpersteine an die Opfer der Familie Salomon und sechs Steine an die Ermordung von Angehörigen der Familie Zinadar.

Auf jedem Stein ist der Name des Opfers, sein Geburtsdatum, das Datum der Deportation sowie das Datum der Ermordung zu lesen. Auch wo die Menschen zu Tode gekommen sind, ist auf den kleinen Messingsteinen zu sehen.

Verantwortlich für die Gestaltung der Steine und deren Verlegung ist übrigens der Künstler Gunter Demnig (siehe Infobox). Ob er diesmal erneut persönlich dabei sein kann, werde derzeit noch geklärt. die Verlegung der Stolpersteine soll auch diesmal im Rahmen einer kleinen Feierstunde erfolgen. Der genaue Termin der Verlegung steht momentan zwar noch nicht fest. Wahrscheinlich soll es aber Anfang Dezember soweit sein.