Projekte der Gymnasien vorgestellt: Viel Wissenswertes beim ersten Radkulturtag

Projekte der Gymnasien vorgestellt : Viel Wissenswertes beim ersten Radkulturtag

Vorbildlich mit dem Rad - so erreichte Bürgermeister Patrick Haas am Sonntagvormittag das Gelände des Zinkhütter Hofs, um im Rahmen des 1. Radkulturtages gemeinsam mit dem Vertreter des Sponsors (EWV), Samy Gasmi), die neue Fahrradstation einzuweihen.

Hier warten nun überdachte Fahrradständer sowie zwei Akku-Ladeschränke auf die Besucher des Museums und des Bewirtungsbereiches. Die bekannte Eventlocation als zweiten Stationsstandpunkt neben dem Stolberger Bahnhof auszuwählen, bot sich deshalb an, weil sie zum einen mit der Dauerausstellung „Mobilität“ eine thematische Brücke schlägt zu einem Thema, das im Rahmen von Klimadiskussionen und „Fridays for Future“-Demos stark im Fokus der Öffentlichkeit steht, und zum anderen auch einen markanten Punkt auf der E-Bike Route „Stolbike“ bildet.

Die dritte Fahrradstation wird demnächst vor dem Stolberger Rathaus installiert werden. Solche Maßnahmen, so betonte Bürgermeister Haas, seien Beispiele für viele kleine Schritte, die hoffentlich am Ende zu einem klimafreundlicheren Denken führen werden. Gasmi fasste es so in Worte: „Mobilität ist im Wandel. Für uns ist es wichtig, hier die verschiedenen Konzepte gemeinsam mit der Stadt, mit dem ÖPNV, mit klassischen Fahrrädern, E-Bikes und E-Autos, mit denen wir uns natürlich auch befassen, unter einen Hut zu bringen, um am Ende die Herkulesaufgabe gemeinsam stemmen zu können.“

Daher auch die Idee, einen Radkulturtag ins Leben zu rufen, der sich jetzt und zukünftig als Tag des Zusammenkommens und des Austausches an alle Interessierten, nicht nur aus Stolberg sondern auch aus der Region, richten soll, um sich gemeinsam auf den Weg in Richtung einer Klima schonender Mobilitätsstruktur zu machen.

Der erste Radkulturtag bot neben der Möglichkeit, Räder zur veräußern, auch die Teilnahme an Reparatur-Workshops, man konnte beim ADFC Aachen (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) eine Radcodierung anbringen lassen und sein fahrerisches Können auf einem Parcours unter Beweis stellen.

Sehenswert war auch die Ausstellung, bei der „Kuriositäten“ in Sachen Fahrrad präsentiert wurden. Die beiden Stolberger Gymnasien präsentierten ihre AGs und Projekte, in denen sie sich mit dem Thema Fahrrad und Mobilität in Stolberg und in Europa auseinandersetzen. Das Goethe-Gymnasium stellte seine Fahrrad AG vor, die sich an die Schüler der Klassen fünf und sechs richtet und diesen erfolgreich Spaß auf vielen Gebieten rund ums Fahrrad vermittelt. Bei verschiedensten Aktivitäten wird hier das Bewusstsein der jungen Menschen für Bewegung in der Natur, Ernährung und Soziales Miteinander, um nur einige Aspekte zu nennen, geschärft.

Sowohl bei dem Projekt „Schulwegcheck“ (Goethe-Gymnasium) als auch bei der Aktion des Ritzefeld-Gymnasiums „Erasmus“ standen zu Beginn die Befragungen der Mitschüler im Mittelpunkt. Da bei „Schulwegcheck“ die Verbesserung der Schul- und Freizeitwege für Jugendliche in Stolberg Ziel des Projektes ist, sollten sich die Schüler hier zu ihren Schulwegen äußern. Einen anderen Ansatz, nämlich den Vergleich und die Verbesserung der Situation von Radfahrern in europäischen Städten, verfolgt die zweijährige Initiative des „Ritze“ und kooperiert hierzu mit den Städten Heerlen, Berlin und Reus in Spanien, um den Aspekt der Mobilität in der eigenen Stadt noch um die Erfahrungen in anderen europäischen Städten zu erweitern.

Zwei Ansätze, ein Ziel: die jungen Menschen möchten nicht nur demonstrieren sondern auch aktiv mitwirken. In Stolberg sind sie damit erfolgreich, denn beide Gruppen werden bei der Stadt Gehör finden. Schließlich arbeitet man dort bereits seit einiger Zeit daran, das Mobilitätskonzept zu verbessern und in dieses auch Vorschläge der Bürger und Bürgerinnen zu integrieren. So gab es auch zu diesem Thema einen Stand, an dem die Ziele in der Kupferstadt nachvollziehbar gemacht wurden. Fragen interessierter Bürger und Bürgerinnen in diesem Zusammenhang beantwortete der Klimaschutzmanager der Stadt Stolberg, Georg Trocha, der auch verantwortlich zeichnete für die Organisation der gesamten Veranstaltung. Klar ist am Ende des Tages, dass man sich auf den Weg gemacht hat, der aber lang sein wird, denn vom allerersten Antrag zu einer Neuerung bis zu deren Umsetzung kann es drei bis vier Jahre dauern.

(abu)
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