Viel Arbeit für die Verbraucherzentrale im Altkreis Aachen

Verbraucherzentrale Alsdorf präsentiert Jahresbilanz : Über 11.000 Anfragen und viele komplizierte Fälle

Die Zeiten, in denen Claudia Schmitz für die Bearbeitung eines Falls lediglich eine handvoll Kopien von den Ratsuchenden zur Lektüre ausgehändigt bekam, gehören der Vergangenheit an. Oftmals sind es ganze Aktenordner, die die Leiterin der Beratungsstelle Alsdorf der Verbraucherzentrale NRW zusammen mit ihrem Team wälzen muss, um sich einen umfassenden Einblick zu verschaffen. Mehr als 11.000 Anfragen erreichten die Beratungsstelle, die für den kompletten Altkreis Aachen zuständig ist, im vergagenen Jahr, im Schnitt bearbeitet das Team fortwährend rund 800 laufende Fälle.

„Wir haben festgestellt, dass Bürger in einigen Branchen mit ihren Anfragen nicht mehr zum Anbieter durchdringen können“, berichtet Schmitz. In solchen Fällen wenden sie sich dann oftmals an die Verbraucherzentrale. Neben dem Beratungs- und Informationsangebot und der ständigen Interaktion mit der Politik in Bezug auf die Gesetzeslage möchte die Zentrale auch Anbieter sensibilisieren, transparenter und kundenfreundlicher aufzutreten.

Der Beratungsalltag habe derweil gezeigt, dass die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nach wie vor ein heikles Thema für Verbraucher darstelle. Ferner beschäftigte das Team auch die Dieselaffäre häufig – die Rechte von Dieselbesitzern standen ebenso im Fokus wie mögliche Musterfeststellungsklagen.

Besonders perfide wird es, wenn Verbraucher Post von Inkasso-Firmen erhalten. Gerät der Kunde mit seinen Zahlungen an einen beliebigen Anbieter in Rückstand, tritt dieser seine Forderung an ein eben solches Inkasso-Büro ab. „Auf den geforderten Betrag werden mitunter horrende Gebühren gepackt“, berichtet Claudia Schmitz. Die Fälle hätten sich in diesem Segment nicht zuletzt wegen des boomenden Online-Handels stark verkompliziert.

Erfreut zeigt man sich in Alsdorf über die Verlängerung des Projektangebots „Energiearmut” um weitere drei Jahre. Ute Königs ist hier die Expertin. Im komplexen Themenfeld zwischen „Neukundenrabatt”, Prämien und Grundversorgung möchte die Zentrale für Aufklärung sorgen. Unter anderem ist eine sogenannte „Budget-Beratung” möglich, um eine finanziell gedeckte Energieversorgung der eigenen vier Wände zu gewährleisten. Neben Tipps zum Energiesparen wird auch Hilfe bei Zahlungsproblemen angeboten – von der Verbraucherzentrale in Alsdorf und darüber hinaus – nach Terminabsprache – vom Frauenkommunikationszentrum in Herzogenrath sowie vom Sozialdienst katholischer Frauen in Stolberg und Eschweiler.

Um einen prophylaktischen Effekt zu erzielen, wird die Zentrale auch weiterhin auf Schulaufklärung setzen. Grundsätzlich setzt das Programm in den Jahrgangsstufen 8 und 9 an. In vier Basismodulen wird den Jugendlichen in Workshop-Form der Umgang mit Geld und Veträgen erläutert. Ein ähnliches Angebot ist für Flüchtlinge geplant. „Wir möchten hier Multiplikatoren schaffen. Menschen, die beraten wurden, sollen ihr Wissen dann weitertragen”, erklärt Claudia Schmitz.

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