Stolberg: Verwaltung bleibt bei Ablehnung der „Notinseln”

Stolberg: Verwaltung bleibt bei Ablehnung der „Notinseln”

Für die Verwaltung gibt es weiterhin viele Gründe gegen die Einrichtung von sogenannten Kinder-Notinseln.

Und deshalb bleibt sie auch bei ihrem deutlichen Nein zu dem Konzept, das die CDU mit einem Antrag ins Gespräch gebracht und das Jugendamt wegen der aus seiner Sicht deutlichen Defizite frühzeitig abgelehnt hatte. Diese Ablehnung wurde auch am Donnerstagabend im Jugendhilfeausschuss noch ein mal sehr deutlich.

„Mangelnde finanzielle Transparenz, fehlende wirtschaftliche Kalkulierbarkeit und die unzureichende pädagogische Absicherung der Qualitätskriterien sprechen gegen die Übernahme dieses Konzeptes”, betonte Willi Seyffarth.

Zwar wollte der Jugendamtsleiter das Prinzip, das Geschäfte und Gaststätten als „Notinseln” gekennzeichnet werden und diese Kindern eine Zufluchtsmöglichkeit bieten, nicht grundsätzlich als ungeeignet bezeichnen.

„Es gibt aber genügend Argumente, die für die Entwicklung eines eigenen Schutzraumkonzeptes sprechen.” Die umstrittene Bezeichnung „Notinseln” zählt sicherlich nicht zu den wichtigsten. Schon eher geht es um die Problematik der Verantwortlichkeit.

Zwar sieht das Konzept der „Kelly-Inseln”, wie es in anderen Städten, namentlich angelehnt an den Initiatorenverein, praktiziert wird, die Ausstellung eines Zertifikates vor.

Das aber beruht alleine auf der polizeilichen Überprüfung des jeweils angegebenen Ansprechpartners. „Jede personelle Veränderung müsste gemeldet werden und hätte eine neuerliche Prüfung zur Folge. Das wiederum wäre mit einem enormen und kostspieligen bürokratischen Aufwand verbunden”, zeigt sich auch Bürgermeister Ferdi Gatzweiler skeptisch.

Das als Alternative genannte „eigene Konzept” soll auf städteregionaler Ebene entwickelt und verwirklicht werden und vornehmlich auf Prävention setzen.

„Wir streben eine einheitliche Kooperation aller Jugendämter in der Städteregion an”, erklärt Willi Seyffarth. Diese soll anknüpfen an die ohnehin schon laufende Zusammenarbeit, wobei das Konzept der frühen Hilfen, das mit „Starke Kinder brauchen starke Eltern” überschrieben ist und auf eine nachhaltige Stärkung der Elternkompetenz abzielt, Priorität genießt.

Gleiches gilt für Angebote zur Gewaltprävention, um Vernachlässigung, Missbrauch und Misshandlung vorzubeugen.

„Zur Verbesserung des Kinderschutzes müssen natürlich auch Maßnahmen angeregt werden, durch die der Einzelne und die Bevölkerung zum Hinsehen sensibilisiert werden”, räumt Ferdi Gatzweiler ein. Auch dies soll aber gemeinsam mit den Partnerkommunen geschehen.

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses folgten am Donnerstag mehrheitlich der Argumentation der Verwaltung und plädierten für die Entwicklung eines städteregionalen Präventionskonzeptes unter Stolberger Beteiligung.

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