Stolberg: Vertraut und zugleich doch unerreichbar

Stolberg: Vertraut und zugleich doch unerreichbar

Anlässlich „Stolberg goes Euregio“ ist es Klaus Wohnaut und Sascha Schaffrath von der Sparkasse Aachen zusammen mit Kulturmanager Max Krieger gelungen, ein besonderes Bild nach Stolberg zu holen: das Bild „Karl der Große“.

Der damit beauftragte renommierte Künstler Prof. Rafael Ramírez Máro mit Institut und Atelier in Belgien stellt das Bild pünktlich zur Sparkassen-Vernissage fertig und damit vor dem Aachener Karlsjahr, anlässlich Stolberg goes Euregio, in der Sparkasse Stolberg aus. Ab Donnerstag, 15. Mai, wird das großformatige Bild zu den bekannten Öffnungszeiten in der Sparkasse Stolberg, Rathausstraße 17, zu bewundern sein, als Vorgeschmack auf Stolberg goes Euregio.

Die wahre Gestalt Karls des Großen bleibt uns heute verborgen, verschleiert durch Legenden, Glorifizierungen verschiedenster Provenienz. Nationalisten verschiedener Nationen missbrauchten seine Figur als Symbol ihrer Identität. Als mächtigster Herrscher des Mittelalters, einem Zeitalter das uns heute so fremd aber gleichzeitig faszinierend erscheint, wurde er zur Identifikationsfigur vieler Machtmenschen, selbst die Kirche konnte auf ihn nicht verzichten und sprach ihn heilig.

Im Zuge des Trends, alles und jeden unserer Kulturgeschichte aktualisieren zu wollen, ob im Theater, in der Kunst oder auch in der Politik, muss natürlich auch Karl der Große mal für diese mal für jene Aktualität herhalten. Da muss er, der Vater Europas, auch unseren aktuellen Europaproblemen von den verschiedensten Seiten her immer wieder neue Impulse geben.

Er, Karl der Große selbst, aber bleibt dabei immer im Dunkeln. Um sich dem Phänomen Karls des Großen zu nähern, wurde Máro von der faszinierenden Radierung von Albrecht Dürer mit dem Titel „Ritter, Tod und Teufel“ inspiriert. Vieles bleibt auch hier im Dunkel. Dieses Meisterwerk Dürers ist rätselhaft.

Es zeigt sich uns hier ein Geist, verstrickt in Stimmungen des Aberglaubens und düsteren unbestimmbaren Ängsten, die wir aber heute immer noch in unserem Unbewussten weitertragen, die wir in unserem Unbewussten spüren können, die aber unserem Bewusstsein verschlossen bleiben. Aber es zeigt uns auch ein Geist, der gestärkt wird durch eine innere Kraft und Gewissheiten längst vergangener Zeiten, die ebenso tief in unserem Unbewussten gespürt werden können.

Diese faszinierende Präsenz und gleichzeitige Unerreichbarkeit mysteriöser Kräfte im Dunkeln unserer Ahnungen, die diese beiden Figuren verbindet, Dürers Ritter und der rätselhafte Karl der Große inspirierte Máro dazu, das Bild zu einer „suchenden Begegnung mit Karl dem Großen“ werden zu lassen. Eine „suchende Begegnung“ mit einer fast archetypischen Energie in der Dunkelheit unserer modernen Psyche, die zusammen mit unserem historischen Bewusstsein uns gleichermaßen bekannt, wie unbekannt - so vertraut und gleichzeitig so unerreichbar fremd erscheint.

Alles in diesem Bild ist Ahnung, Vorstellung. „Karl der Große will sich in diesem Bild zeigen und zugleich verstecken. Karl der Große sollte in meinem Reiterbild vor unserem physischen Auge wie vor unserem geistigen Auge vorbeireiten. Wie ein Geist, der sich nicht erklären will, der aber weiterlebt und seine Wirkung in unserem Unbewussten hinterlässt“, so der Künstler.

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