Veranstaltungsreihe des Demenznetzes kommt nach Stolberg

Demenznetz kommt nach Stolberg : Mobile Sprechstunde hilft Angehörigen

„Meet the doctor – fragen Sie den Arzt in Ihrem Stadtteil“ lautet der Titel einer Veranstaltungsreihe, die am Mittwoch, 27. März 2019, nach Stolberg kommt.

„Meet the doctor“ ist eine „mobile Sprechstunde“ für Angehörige demenzkranker Menschen. Demenzielle Erkrankungen treten immer häufiger auf, was daran liegt, dass die Lebenserwartung gestiegen ist. Denn: Je älter wir werden, desto höher ist das Risiko zu erkranken. Aktuell sind schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe vom Demenznetz der Städteregion Aachen.

Der gemeinnützige Verein tourt mit seinem Format durch die Stadtteile und sucht vor Ort Haus- und Fachärzte oder auch Krankenhäuser als Kooperationspartner. An der Veranstaltung am 27. März ist das Bethlehem-Krankenhaus beteiligt. Ziel ist, Betroffenen den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern. Es gibt keine Vorträge: Stattdessen können die Besucher den Fachleuten Fragen stellen.

Und Fragen stellen sich viele, wenn in der Familie/Freundeskreis Alzheimer oder eine andere demenzielle Erkrankung auftritt. Zu Beginn findet ein offenes Podiumsgespräch statt. Hier werden allgemeine Fragen erörtert. Fragen zu Diagnostik, Therapieformen, Krankheitsbildern und präventive Maßnahmen erläutern Dr. Dorothee Bülte, Fachärztin für Neurologie aus Aachen, und Dr. Klaus Nagelschmidt, der als Geriater für die Altersmedizin im Bethlehem-Krankenhaus zuständig ist.

Als Altersmediziner ist Dr. Nagelschmidt häufig mit demenziellen Erkrankungen konfrontiert. Sein Appell: „Man braucht jedwede Unterstützung, denn eine solche Pflege fordert sämtliche Ressourcen. Schon allein der eigenen Gesundheit zuliebe sollte man Hilfsangebote unbedingt annehmen, und es hilft auch, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.“ Damit verweist Nagelschmidt auf eine zusätzliche Funktion der Veranstaltungsreihe: „Meet the doctor“ ist nicht nur eine Quelle für fundierte Informationen; die Treffen fördern auch die Vernetzung untereinander, denn der Austausch mit Schicksalsgefährten hilft, mit der Situation besser zurecht zu kommen.

Aus diesem Grund ist auch Günter Drießen am 27. März eingebunden: Seine Ehefrau ist erkrankt und als Betroffener weiß er nur zu gut um die Probleme im Alltag. Erörtert werden bei der mobilen Sprechstunde gerne auch Fragen rund um Pflegeversicherung und Hilfsmittel. Moderiert wird die Veranstaltung von Christa Lardinoix, Diplom-Pflegepädagogin. Die Veranstaltung findet im Medienraum des Stolberger Krankenhauses, Steinfeldstraße 5, statt. Beginn ist um 16 Uhr. Eintritt frei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.

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