Urologe Dr. Christoph Pies liest aus seinem neuen Buch

Lesung in der Bücherei : Ein Drittel der Patienten ist weiblich

Zum Urologen gehen nur Männer? Weit gefehlt. Rund ein Drittel der Patienten sind weiblich. Anekdoten hat Dr. Christoph Pies nun in seinem neuen Buch veröffentlicht.

Mann-gerechte Informationen und eine ordentliche Portion Unterhaltung verspricht der in Stolberg tätige Arzt Dr. Christoph Pies jetzt mit seinem zweiten Buch. Der „Männer-TÜV“ ist das Praxis-Handbuch zur Männergesundheit – und es gibt sogar eine Checkliste für die persönliche Männer-TÜV-Plakette. „Ich wollte ein Buch schreiben, das gelesen wird, kein klassisches Sachbuch, sondern ein unterhaltsames Buch“, betont Pies. Seit 15 Jahren praktiziert er als niedergelasener Arzt und war vorher acht Jahre in der Klinik tätig. „Ich wollte in jungen Jahren mal Journalist werden und habe immer gerne geschrieben, Wortspielereien sind mein Steckenpferd. In meiner Praxis wird tatsächlich viel gelacht, denn es gibt kaum einen medizinischen Bereich, in dem so viel umschrieben wird und so viel Situationskomik passiert wie die Urologie“, erzählt Pies.

2011 hat er begonnen, was rund um Nieren, Blase, Prostata, Penis und Hoden an witzigen Sprüchen fällt, in einer Sammlung zu notieren. 2017 erschien dann sein erstes Buch „Was passiert beim Urologen?“. „Übrigens bin ich kein reiner Männerarzt, ein Drittel meiner Patienten sind weiblich. Meine Patienten sind begeistert und lesen meine Bücher sehr gerne. Sie sind für Frauen interessant, auch, damit sie ihre Männer zum Beispiel zur Vorsorge motivieren“, betont Pies, dem dieser Präventionsgedanke sehr wichtig ist.

Genitalsystem als Zündanlage

Die Idee zum zweiten Buch entstand beim Brainstorming mit dem Verlag in Stuttgart. „Dabei kamen wir auf die idee, Mann und Auto zu verbinden, das Genitalsystem mit einer Zündanlage zu vergleichen“, erklärt Pies.

17 Monate brauchte er für das Konzept sowie die Erstellung der Kapitel, Fragebögen und Fun-Facts. Auf insgesamt 256 Seiten kombiniert der Mediziner fachliche Informationen mit amüsanten Anekdoten und zeigt, wie sensibel und humorvoll Urologen mit ihren Patienten umgehen, wenn es über „untenrum“ geht. Dr. Christoph Pies studierte Medizin in Bochum und Düsseldorf, bevor er in einer Kölner Klinik seine Berufung zum Urologen fand. Nach seiner Facharztausbildung und Oberarzttätigkeit wurde er 2004 niedergelassener Urologe. Er lebt mit seiner Familie in Aachen.

Knochenflickerfamilie Pies

Übrigens: Der Begriff „piesacken“ geht auf seinen Vorfahren Diederich Pies zurück. „Wir stammen aus dem Hunsrück und die Knochenflickerfamilie Pies war eine ab der frühen Neuzeit bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in dieser Region wirkende Familie in Heilberufen, unter anderem Chiropraktiker, also Knocheneinrenker“, erklärt Pies, der mit seinen Büchern unterhalten und aufklären will.

Dies tat er jüngst auch bei einem Auftritt im SWR-Fernsehen, wo er den Begriff „piesacken“ schwungvoll erklärte. „Ich wirke außerdem bei der Kolumne „Uro-Docs“ mit und habe reichlich Material in der Schublade, um ein drittes Buch zu veröffentlichen. Aber dies soll irgendwann mit einem neuen Aufhänger passieren, damit es nicht langweilig wird“, verrät Pies. Am Ende seines aktuellen Buchs gibt es eine Checkliste, bei der Harn- und Genitalsystem auf den Prüfstand kommen. Damit lässt sich der Gesundheitsstatus ermitteln – und dann gibt es die Männer-TÜV-Plakette.

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