Unterwegs im Wahlkampf mit CDU-Kandidat Andreas Dovern

Bürgermeisterwahl 2019 in Stolberg : „Oft geht es um die Probleme des Alltags“

Mit einem Handschlag ist alles besiegelt: Nachdem Peter Schöner, Vorsitzender des Europavereins, Andreas Dovern durch die Ausstellung im Rathaus geführt hat, sagt Dovern zu, einen Antrag auf Mitgliedschaft in dem Verein zu unterschreiben.

Es ist einer von vielen Wahlkampfterminen, die der CDU-Bürgermeisterkandidat an diesem Samstag absolviert, insgesamt sind es schon weit über 300. Und selbst für einen Chef der Stolberger Feuerwehr bedeutet das: noch früher aufstehen und noch später ins Bett kommen als sonst.

„Ja, wir befinden uns definitiv mitten in der heißen Phase des Wahlkampfs“, sagt Andreas Dovern, „aber das macht mir auch Spaß.“ Seit seiner Kandidatur im vergangenen Jahr habe er mit vielen, vielen Stolbergern sprechen können und dabei erfahren, was den Menschen in der Stadt unter den Nägeln brennt. „Oft geht es um die Probleme des Alltags, mit denen die Menschen sich beschäftigen – aber auch wenn das augenscheinlich kleine Probleme sind, muss man sie dennoch ernst nehmen.“

Das könnte zum Beispiel die Vermüllung der Straßen sein oder die Abholung der gelben Säcke in der Stadt. „Ich habe auch gelernt, dass die Wahrnehmung von beispielsweise Sicherheit in der Innenstadt ganz anders ist als in den Stadtteilen“, sagt Dovern. So denken bei der Frage nach Sicherheit die Menschen in Vicht oft an das Thema Hochwasser und Regenrückhaltebecken, anderswo vielleicht eher an Kriminalität.

CDU-Bürgermeisterkandidat Andreas Dovern im Fragenhagel

„Auch das Thema Aufwertung der Innenstadt liegt vielen Menschen am Herzen“, sagt Andreas Dovern. An diesem Morgen hat er bereits ein ganz neu eröffnetes Geschäft im Steinweg besucht, und kommt auf ein Thema zu sprechen, dass ihm persönlich ein großes Anliegen ist. „Ich will die Stolberger davon überzeugen, dass Heimatliebe etwas ganz wichtiges ist, auch wenn das vielleicht pathetisch klingt. Wir können stolz auf Stolberg sein“, betont Dovern, der mit seiner Familie in Gressenich lebt.

Apropos Familien: Gerade die, so erklärt Dovern, gilt es, in Zukunft zu entlasten. Er sagt: „Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass Bildung kostenfrei sein sollte. Gleichzeitig müssen wir eine verantwortungsvolle Haushaltspolitik führen.“ Das bedeutet für den Christdemokraten, dass man die Kindergartengebühren und die Gebühren für die Offenen Ganztagsschulen zwar nicht komplett abschaffen könnte. „Das wäre wirtschaftlich einfach nicht zu vertreten, das können wir uns nicht leisten.“ Aber einen Teil der Kosten, den derzeit die Eltern tragen, könne mit Sicherheit die Kommune tragen.

Genauso wie die jungen Familien in Stolberg müsse man natürlich auch ältere Mitbürger im Blick behalten. „Ich will, dass alle Menschen auch im Alter gerne in Stolberg leben.“ Darum sei wichtig, zu erörtern, was in den einzelnen Stadtteilen getan werden müsse, um die Lebensqualität zu halten oder zu verbessern. „Da sind Nahversorgung, Mobilität und auch fehlende Ärzte wichtige Stichpunkte, die wir als Kommune angehen müssen“, sagt Dovern. „Mobilität muss erschwinglich sein, die Menschen in Stolberg müssen sich das Busfahren einfach leisten können.“

Auf einen Plausch mit Bürgern beim Frühlingsfest auf dem Kaiserplatz: Es seien vor allem die alltäglichen Probleme, mit denen die Menschen in der Stadt und den Stadtteilen sich beschäftigen. Und die können ganz unterschiedlich sein, sagt Andreas Dovern. Foto: ZVA/Sarah-Lena Gombert

Er ist davon überzeugt, dass ihm – sollte er die Wahl gewinnen – sein momentaner Beruf dabei helfen könnte, ein guter Verwaltungschef zu sein. Und zwar nicht nur, weil er bereits seit 15 Jahren im öffentlichen Dienst tätig ist. Transparenz und klare Ansagen sind bei der Feuerwehr unabdingbar, sagt Andreas Dovern. „Ich bin zwar kein Berufspolitiker, aber bin es durch meine Arbeit bei der Feuerwehr gewohnt, Dinge direkt anzusprechen“, sagt er.

„Pulse of Europe“-Bewegung

Auf dem Kaiserplatz ist am Samstag mehr los als sonst: Es ist nicht nur das Stolberger Frühlingsfest im Gange. Die „Pulse of Europe“-Bewegung aus Aachen ist zu Besuch, Bürger und Politiker sind auf der kleinen Bühne und tauschen sich über die Europäische Union aus. Andreas Dovern ist mittendrin, schüttelt Hände, führt Gespräche.

„Natürlich versuche ich den Menschen bei den vielen Gesprächen zu vermitteln, dass ich aus tiefer Überzeugung pro-europäisch bin, und dass es am 26. Mai wichtig ist, dass sie nicht nur für einen Bürgermeister abstimmen, sondern auch für das EU-Parlament“, sagt Dovern. Spätestens seit dem Beginn der Brexit-Debatte in Großbritannien müsse doch jedem klar sein, was passieren kann, wenn Populisten zu viel Macht bekommen. „Ich hoffe, dass die Bürgermeisterwahl bei uns auch für eine hohe Wahlbeteiligung bei der EU-Wahl sorgt.“

Egal, mit wie vielen Menschen Andreas Dovern an diesem Samstag spricht, eines darf trotzdem nicht fehlen: Permanent werden Fotos für seine Auftritte in den Sozialen Netzwerken gemacht, ob nun alleine oder mit seinem CDU-Team, ob nun bei Facebook oder Instagram. Denn nciht nur auf dem Kaiserplatz, sondern auch im Netz findet der Wahlkampf um das Amt des Stolberger Bürgermeisters statt.

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