Stolberg-Zweifall: Unfälle mit Reh und Fuchs nicht gemeldet

Stolberg-Zweifall: Unfälle mit Reh und Fuchs nicht gemeldet

Gleich zweimal an einem Abend ist Jagdaufseher Bernd Roggenkamp, zuständig für das Revier Zweifall/ Vicht, diese Woche zu Hilfe gerufen worden.

Zunächst sollte er sich unweit des Ortseingangs Zweifall gegenüber dem Sägewerk um ein schwer verletztes Reh kümmern. Dieses Tier war bereits zwei Tage zuvor von einer Anwohnerin gemeldet, jedoch bis dato nicht aufgespürt worden. Es hatte sich einen offenen Bruch des Vorderlaufs zugezogen und war schon eingegangen, als der Jagdaufseher eintraf. „Es muss wohl zwei bis drei Tage gelitten haben“, bedauert Roggenkamp, der danach zu einem schwer verletzten Fuchs unweit der Finsterau fahren musste. Anwohner des dortigen Pferdeguts hatten das Tier entdeckt, das in der Nähe eines Pferdestalls lag, fast bewegungsunfähig war, aber noch lebte. Der Jagdaufseher erlöste den Fuchs mit einem gezielten Schuss von seinem Leiden.

„Das Fatale an den beiden Vorfällen“, so Jagdaufseher Roggenkamp, sei folgendes: „Beide Wildtiere wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit von Kraftfahrzeugen angefahren. Jedoch wurde keiner der beiden Unfälle der Polizei gemeldet.“ Ansonsten hätte diese umgehend den Jagdaufseher informieren können. „Mit Hilfe eines ausgebildeten Schweißhundes wären die verletzten Tiere viel früher gefunden worden, um sie zu erlösen“, sagt Roggenkamp.

Der Jagdaufseher appelliert daher noch einmal eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, Wildunfälle unverzüglich der Polizei zu melden, auch wenn am eigenen Fahrzeug kein Schaden erkennbar ist. In solchen Fällen zähle einzig und alleine der Tierschutz: schnellstmöglich reagieren zu können und leidenden Tieren zu helfen.

Ein weiterer Aspekt bei Wildunfällen mit Kraftfahrzeugschäden sei noch erwähnt: Man benötigt für die Regulierung des Schadens eine Bescheinigung von der Polizei oder von einem Jagdschutzbefugten, dass es sich um einen Wildunfall — einen Unfall mit Haarwild — gehandelt hat.

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