Stolberg: Unangeleinte Hunde: Im Naturschutzgebiet soll nun wieder Ruhe einkehren

Stolberg : Unangeleinte Hunde: Im Naturschutzgebiet soll nun wieder Ruhe einkehren

In allen deutschen Naturschutzgebieten müssen Hunde grundsätzlich an die Leine. Viele Hundebesitzer setzen sich über diese Vorschrift allerdings hinweg und lassen ihr Haustier auf dem Spaziergang durch die Natur frei laufen.

Den meisten sei dabei gar nicht klar, was der Hund auf seinem Abenteuer so alles anrichten kann, bevor er freudestrahlend zum Herrchen zurückkehrt, sagt nun Richard Bollig vom Umweltamt der zuständigen Städteregion Aachen.

Neben den auf den ersten Blick unsichtbaren Schäden für die Tierwelt können frei laufende Hunde nämlich auch für Passanten unangenehm werden: Das Umweltamt verbucht eine gestiegene Zahl von Beschwerden von Spaziergängern und Radfahrern und Joggern über Hunde, die ohne ihren Besitzer unterwegs sind. Besonders groß sei das Problem derzeit in den beliebten Stolberger Naturschutzgebieten Münsterbusch und Schlangenberg.

Großer Stress

Unter anderem nistet hier die streng geschützte Heidelerche. Deren Brut am Boden werde durch unangeleinte Hunde gestört. „Wenn ein Hund mit Jagdtrieb, wie zum Beispiel ein Jack Russel, ein Kaninchennest findet, beißt der auch schnell einmal die Jungtiere tot“, sagt Bollig. „Der Besitzer bekommt davon meistens gar nichts mit.“ Auch für Rehe bedeutet ein jagender Hund großen Stress: Mitarbeiter des Umweltamts der Städteregion finden immer wieder Tiere, die gerissen, in Zäune oder auch auf die Straße gehetzt worden sind.

Betroffen sind auch Insekten: Wenn durch eine Wiese mit Hunderten bis Tausenden Spinnennetzen bereits im Morgentau 30 Hunde laufen, sei von den aufwendig gesponnenen Netzen fast keins mehr übrig.

Deshalb wollen die Mitarbeiter der Behörde nun noch einmal verstärkt auf die Hundehalter zugehen. Zunächst sollen die Besitzer mit Gesprächen und Flyern darüber informiert werden, welche Folgen die Ausflüge ihrer Tiere haben können. „Uns ist wichtig, nicht direkt mit einem Donnerschlag aufzutreten, sondern zuerst zu informieren und Verständnis zu schaffen. So wollen wir bei den Leuten Verantwortungsbewusstsein wecken“, sagt Bollig. In Zukunft sollen bei Verstößen dann auch regelmäßig Bußgelder erhoben werden — mindestens in Höhe von 30 bis 50 Euro. Wer wiederholt auffällt, für den kann es sogar noch teurer werden.

Eine Schonfrist gibt es übrigens nicht: Schon jetzt können Mitarbeiter im Außendienst das Loslassen von der Leine als Ordnungswidrigkeit melden. Flora, Fauna und Passanten sollen so bald wieder die Ruhe in den Stolberger Naturschutzgebieten genießen können.

(kt)
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