Bewunderung und eine Menge Arbeit: Umzug des Heims des Guten Samaritan ist gestartet

Bewunderung und eine Menge Arbeit : Umzug des Heims des Guten Samaritan ist gestartet

Wer am Montag in der Stolberger Innenstadt unterwegs war, dem fiel vor allem eine Sache auf: Immer wieder sah man dort nämlich Autos von einem Stolberger Umzugsunternehmen – vor allem in der Samaritanerstraße. Der Grund: Am Dienstag startete der Umzug des Heims des Guten Samaritan.

Nach rund zweieinhalb Jahren Umbauzeit ging es vom Rainweg in Venwegen zurück in die Samaritanerstraße. Nicht nur bei den Angestellten und Angehörigen war die Neugierde und Aufregung entsprechend groß. Auch die Bewohner waren gespannt auf ihr neues altes Zuhause. Die ersten von ihnen kamen bereits am Dienstagvormittag in der Samaritanerstraße an, stärkten sich erst einmal mit einer Tasse Kaffee oder einer warmen Suppe und nahmen dann ihre Zimmer in Augenschein. Und wie fiel ihr Fazit aus? Durchweg positiv.

Vor allem der Eingangsbereich, der mit gemütlichen Stühlen und einem Kamin zum Verweilen einlädt, kam bei den Bewohnern und Angehörigen gut an. „Man fühlt sich wie in einem Wohnzimmer“, war sich eine Dame sicher. Darüber freute sich natürlich auch Einrichtungsleiter Dirk Renerken, der die Bewohner ebenfalls im neuen Zuhause willkommen hieß.

Während das Erdgeschoss, in dem sich auch die hauseigene Kapelle befindet, fleißig bewundert wurde, waren die Angestellten auf den Stationen bereits fleißig. Olga Stoll, Christiane Düsterwald und Irene Nowak packten fleißig Kisten aus, damit die Bewohner es schon bald auf ihren Zimmern gemütlich hatten.

Das Heim des Guten Samaritan ist übrigens die älteste Einrichtung für Senioren in Stolberg. Das Haus hat seine Wurzeln ursprünglich in San Antonio (USA). Bereits 1946 riefen die Gebrüder Wilhelm (1891-1988) und Pater John (1885-1969) Pohlen die Hilfsorganisation „The Good Samaritans of America“ ins Leben. Im Februar 1955 übernahm die Ordensgemeinschaft der Christenserinnen, der älteste Frauenorden Aachens, die Trägerschaft und Führung des Heimes.

Selbstloser Einsatz

Die Ordensgemeinschaft der Christenserinnen wurde 1299 erstmals urkundlich erwähnt. Seit dieser Zeit zeichnen sich die Schwestern immer wieder durch unermüdlichen, uneingeschränkten und selbstlosen Einsatz zum Wohl und im Dienste der Ärmsten und Bedürftigen aus.

Seit 1964 ist die Einrichtung korporatives Mitglied des Caritas-Fachverbandes, im Jahre 2015 feierte das Samaritanerheim sein 60. Bestehen.

Das einstige Seniorenheim ist heute allerdings kaum noch zu erkennen. Was sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren getan hat? Auf der rechten Seite wurde ein Neubau hochgezogen — Keller inklusive. Auf der linken Seite wurde zudem um eine zusätzliche Etage aufgestockt. Rund zehn Millionen Euro nahmen die Christenserinnen in die Hand, um auch in Zukunft dem Betreuungs- und Teilhabegesetz an der Samaritanerstraße gerecht zu werden. Konnten bisher insgesamt 56 Menschen in der Einrichtung aufgenommen werden, so soll das Haus in Zukunft für insgesamt 90 Bewohner ein zu Hause sein.

Zunächst einmal sollen die Bewohner allerdings in aller Ruhe in ihrem neuen Zuhause ankommen und sich einleben. Für sie kehrt nach dem Umzug, der am Donnerstag abgeschlossen sein soll, erst einmal Ruhe ein.

Anders sieht es in Haus Maria im Venn im Rainweg aus. Dort entsteht bald die nächste Baustelle. Schließlich soll auch diese Einrichtung auf den neusten Stand gebracht werden – und zwar für acht Millionen Euro.

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