Stolberg-Dorff: Ulkparade ist der humoristische Höhepunkt der Dorffer Schützenkirmes

Stolberg-Dorff : Ulkparade ist der humoristische Höhepunkt der Dorffer Schützenkirmes

Ein Hausmeister in einem Hotel hat es manchmal schwer. Und ein Dorffer Schützenkönig bisweilen auch. Wenn das jemand weiß, dann ist es Klaus Weiss, denn er ist beides. Wie er zum „Huusmeester“ eines Stolberger Hotels wurde, und welche klassischen Aufgaben in seinem Berufsalltag zu erledigen sind, erfuhren die Zuschauer jetzt am vierten Tag der Dorffer Schützenkirmes der St.-Hubertus-Bruderschaft.

Bei der kultigen Ulkparade auf dem Lindenplatz fing alles — wie so oft — ganz harmlos an. Das Ulkparaden-Komitee war in speziellen T-Shirts angetreten, um dem Schützenkönig zu huldigen. Mit stolzer Brust trugen die Komitee-Mitglieder Shirts mit dem Konterfei von Klaus Weiss und der Beschriftung „Isch weiss“.

Der König durfte sich bei einem Frühstück mit seiner Familie zunächst stärken. Allerdings musste er dabei Tomaten verspeisen, gegen die Weiss offensichtlich große Abneigung hegt. Für seine Bewerbung als „Huusmeester im Hotel zum Waldi“ wurde Weiss dann ein fesches Styling zuteil. Sein opulenter Schnauzbart wurde getrimmt und seine Frisur aufgehübscht.

Naturverbunden wie das Dorffer Ulkparaden-Komitee nun einmal ist, kam anstelle von Gel ein Naturmaterial zum Einsatz: ein Pfund Butter. Trost für Weiss war, dass sein Haar von „guter Butter“ in Form gebracht wurde und nicht von schlechter.

Nach sicher bestandenem Intelligenztest bekam der König die Anstellung als „Huusmeester“ — und das Verhängnis nahm seinen Lauf. Denn schon gab es den ersten Notfall im „Hotel zum Waldi“. Die Kellnerin war ausgefallen, und Weiss musste einspringen und eine Gruppe Holländer bewirten. Letztere wurde vom Gefolge des Schützenkönigs dargestellt. Weiss servierte in Rock und Perücke den Damen des Gefolges Sekt am Tisch und den Herren Bier im Pool. Er schlug sich wacker und rieb die Herren sogar mit Mayonnaise als Sonnenschutz ein.

Anschließend sollte ein defekter Lichtschalter in einer der Hotel-Duschen repariert werden. Selbstredend endete diese Aufgabe für den „Hausmeister-König“ mit einer kalten Dusche.

Inzwischen hatte das Ulkparaden-Team den Pool gezielt mit schmuddeligem Unrat angereichert. Die Pool-Reinigung wies einen dementsprechend hohen Ekelfaktor für Weiss auf.

Aber es kam noch schlimmer: Im „Hotel zum Waldi“ war eine Toilette Model „Ferguson“ verstopft. Ein Fall für den „königlichen Hausmeister“, doch kaum näherte Weiss sich der Toilette, spuckte diese wie von Geisterhand eine meterhohe Rauchfontäne aus, die den Schützenkönig umhüllte.

Eine Schmach für den „Hausmeister-König“, die ihm aber verziehen wurde. Das Ulkparaden-Team befestigte die „Ferguson“-Toilette kurzerhand sicher auf einem Handwagen, und ließ Weiss auf dem WC-Thron Platz nehmen, um den Schützenkönig dann „standesgemäß“ durch Dorff zu rollen.

Die Ulkparade war wieder der unbestrittene humoristische Höhepunkt der Dorff-Kirmes der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft, die allerdings an allen vier Tagen viel zu bieten hatte und trotz derzeitiger Baustelle im Ort reibungslos ablief. „Weil die Zusammenarbeit mit der Bauleitung sehr gut war, und fast 100 ehrenamtlicher Helfer entscheidend zum Gelingen unserer Kirmes beigetragen haben“, betonte Heinz Willms, 1. Brudermeister der Dorffer Schützen.

Zwar würde die Schützenbruderschaft die Kirmes veranstalten, aber sie sei letztendlich eine Feier für ganz Dorff und alle Gäste aus der Umgebung. „Die Vereine und Generationen in Dorff feiern und arbeiten zusammen“, brachte Willms auf den Punkt.

Zelt gut gefüllt

Das Festzelt am Dorfweiher war schon am ersten Abend gut gefüllt, als mehrere Generationen eine locker Party feierten und zur Musik von DJ Nick Schuran ausgiebig tanzten. Samstag und Sonntag der Schützenkirmes standen dann ganz im Zeichen der Tradition. Das Festhochamt in der Dorffer Kirche St. Mariä Empfängnis mit Pfarrer Ulrich Lühring, dem Präses der Dorffer Schützenbruderschaft, war sehr würdig gestaltet, zumal der von Franz Körfer geleitete Kirchenchor Breinig den musikalischen Rahmen ergänzte.

Es folgte am Samstag das Gedenken am Ehrenmal und ein kleiner Umzug, bei dem das Königspaar Klaus und Petra Weiss abgeholt wurde. Anschließend spielte beim „Sommernachtsball“ die Liveband „Celebration“ im großen Festzelt, und die Büsbacher Schützenbrüder besuchten die Nachbarn.

Als Familientag punktete der Kirmes-Sonntag in Dorff wieder bei vielen Generationen. Frühschoppen mit Speck und Ei, Cafeteria und Kinderattraktionen am Nachmittag kamen gut bei den Besuchern an, und vor dem Kirmesball im Zelt, ging der große Festumzug mit Königspaar und Gefolge durch Dorff. Verstärkt wurde die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft dabei von den Dorffer Ortsvereinen und den befreundeten Bruderschaften aus Breinig und Krauthausen sowie den Bovenberger Musikanten und dem Spielmannszug Grün-weiß Eschweiler.

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