Stolberg: U3-Betreuung: Stolberg kann Rechtsanspruch erfüllen

Stolberg: U3-Betreuung: Stolberg kann Rechtsanspruch erfüllen

Die Stadt Stolberg wird auch im zweiten Kindergartenjahr nach Einführung des bundesweiten Rechtsanspruches den Bedarf bei der Betreuung von unter Dreijährigen decken können. Von den 1816 Plätzen, die das Jugendamt dem Land am Ende der Woche melden wird, fallen 327 in den U3-Bereich.

Weitere 144 stehen in der Tagespflege zur Verfügung, was ganz entscheidend für die Ausgewogenheit von Angebot und Nachfrage ist. Denn die von der Verwaltung geplante letzte Ausbaustufe in den Kindertagesstätten konnte wegen der nach wie vor ausstehenden Förderbescheide bis dato noch nicht umgesetzt werden.

„Wir kommen mit der angesetzten Betreuungsquote von 35 Prozent aus“, zeigte sich Willi Seyffarth am Dienstag gegenüber unserer Zeitung zufrieden. Der Fachbereichsleiter schränkte allerdings ein, dass dies voraussichtlich nur (noch) für das Kita-Jahr 2014/15 gelten dürfte, denn: „Wir verzeichnen eine steigende Nachfrage im Bereich der Ein- und Zweijährigen.“

Mit 471 Plätzen ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 25 gestiegen. Zwar biete gerade die Tagespflege noch einen gewissen Spielraum. „Der Ausbau der Kapazitäten in der katholischen Kindertagesstätte St. Sebastianus und der städtischen Kita Mozartstraße ist aber unverzichtbar.“

In der Atsch sollen 22 zusätzliche U3-Plätze geschaffen werden, wofür die Pfarrgemeinde St. Lucia 300.000 Euro bereitstellen will. Voraussetzung für einen Baubeginn ist jedoch die Bewilligung von 389.000 Euro Fördermitteln von Bund und Land.

Sechs weitere Plätze sind in unmittelbarer Nachbarschaft in der städtischen Einrichtung Mozartstraße vorgesehen. Hier wartet das Jugendamt auf die Freigabe von 108.000 Euro. „Die Anträge sind schon lange gestellt. Leider lässt die Freigabe der Mittel weiter auf sich warten“, bedauert Seyffarth, der nun auf eine Fertigstellung „bis Anfang 2015“ hofft.

Kaum Nachfrage für 25 Stunden

Klammert man den dynamischen Bereich der U3-Betreuung aus, kann in der Kupferstadt durchaus von einer ruhigen Lage gesprochen werden. „Die Gruppenbetreuungsformen und Angebotszeiten haben sich inzwischen etabliert“, stellt Seyffarth fest. Einen weiter leicht ansteigenden Trend gibt es bei der 45-Stunden-Betreuung.

752 Kinder sind für dieses Modell angemeldet worden, im vergangenen Jahr waren es noch 714. Etwas geringer fällt die Differenz bei 35 Wochenstunden aus (1041/1025), diese Betreuungsform bleibt aber die beliebteste. Weiter rückläufig ist hingegen die Nachfrage bei 25 wöchentlichen Stunden. Sie werden nur für 24 Kinder gewünscht, das sind nochmals elf weniger als im vorherigen Anmeldezeitraum.

Für die Stadt Stolberg wird die Kinderbetreuung auch im nächsten Kita-Jahr wieder mit sehr hohen Ausgaben verbunden sein. Die Verwaltung kalkuliert aktuell mit rund 6,2 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Personal- und Betriebskosten für die 19 eigenen Einrichtungen sowie in acht Fällen die Übernahme von Trägeranteilen freier Träger.

Berücksichtigt sind in dieser Summe ebenfalls rund eine Million Euro an Elternbeiträge sowie der Ausgleich des Landes für das beitragsfreie letzte Kindergartenjahr in Höhe von knapp 500.000 Euro. Für die Betreuung in der Tagespflege rechnet die Stadt mit weiteren 616.000 Euro, so dass sich die voraussichtlichen Ausgaben auf fast 6,82 Millionen Euro summieren werden.

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