Trudi Smets geht in Ruhestand

Jugendwerkstatt : Trudi Smets: Die Jugendwerkstatt verliert ein Juwel

Trudi Smets wird in den Ruhestand verabschiedet. Bei der Verabschiedung erinnerten sich die Anwesenden anan viele Jahre guter Arbeit mit jungen Menschen.

Alles, was Rang und Namen hatte, traf sich am vergangenen Donnerstag in der Jugendwerkstatt zur Verabschiedung von Trudi Smets, die nach 41 Berufsjahren von Kollegen, Schüler- und Elternvertreter sowie Politikern in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Während der letzten 27 Jahre war sie die pädagogische Leiterin und „gute Seele“ des Hauses in der Bergstraße 45. Unvoreingenommen im Umgang mit mehr als 1300 Jugendlichen, die sie mit ihren Mitarbeitern auf einen guten Weg gebracht hat, bewies sie Organisationstalent und ein hohes Maß an Belastbarkeit und war resistent gegen Stress.

Es gibt Menschen, die nur reden, und es gibt Menschen, die handeln. Trudi Smets zählte zu den letzteren. In der Feierstunde ihr zu Ehren bedankte sie sich mit zwei Gedichten, die von der Hoffnung sprachen, den Schatz im Inneren eines jeden jungen Menschen immer wieder neu zu heben. Nur wer offen für Ereignisse und Erlebnisse bleibe und wachsam ist, komme weiter. Dazu bedürfe es Energie, Mut, Wille, schnelle Hände und Beine und einen klaren Kopf. „Setzt und drängt euch durch, ihr seid die Besten“, waren ihre letzten Worte. Die neue Leitung teilen sich nun Sozialarbeiterin Katja Knospe und Sozialpädagogin Elisa Gerhardt-Meinders.

Robert Voigtsberger, erster Beigeordneter der Stadt Stolberg, hob noch einmal die Bedeutung dieser Werkeinrichtung hervor, die in der Region ihresgleichen sucht. Smets nehme die Stärken der jungen Menschen in den Blick, vermittle handwerkliche Grundkenntnisse und unterstütze da, wo es nötig ist.

Dass die geradlinige, hartnäckige und bescheidene Trudi Smets weggehe, sei zwar traurig, aber jetzt gelte es ein neues Kapitel aufzuschlagen. Er erinnerte an das Projekt Zoom für Jugendliche von 14 bis 21 Jahre in Oberstolberg, Mühle und Münsterbusch, lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt — der Förderungsbescheid über 19.000 Euro liegt vor — und sei nun gespannt auf den Blick der Jugendlichen, wie sie sich mit ihren individuellen Talenten für ihre Stadt einbringen.

Katja Knospe wies gleich auf die Gastgeschenke hin, die in der Jugendwerkstatt hergestellt für jeden am Ausgang bereit lagen. Es handelte sich um Samenbomben, eine kleine Kugel aus Gartenerde, Ton und Samen, die auf jeden offenen und feuchten Boden geworfen, die Welt verschönern helfen soll.

Bevor sich Holger Vanicek, Ansprechpartner des Vereins Jugendberufshilfe Stolberg e.V. und Moderator an diesem Nachmittag, bei allen bedankte, die mit dem Verein kooperieren, machte er auf eine Gefahr in der Gesellschaft aufmerksam. In früheren Jahren sei es nur eine kleine Gruppe von jungen Menschen gewesen, die Stärkung und Unterstützung gebraucht hätten, heute sei es aber keine Randgruppe mehr, die Hilfe braucht und Deutschland kein Sozialstaat. Zoom sei deswegen ins Leben gerufen worden, damit alle Jugendlichen teilhaben und mitgestalten können.

Für dieses Projekt ist Sozialarbeiter Thomas Bell neu eingestellt worden. Als Koordinator arbeitet er mit den Künstlern Agnes Bläsen (Fotografie) und Dirk Schulte (bildende Kunst, Installationen) zusammen. Dynamisch ist man bereits an den Start gegangen.

Ein Mutmach-Beet und eine farbige Wand am Zaun, auf der jeder nach Belieben Farbbeutel werfen konnte, waren die ersten Ergebnisse.

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