Stolberg: Trockenes Brennholz ist in Stolberg Mangelware

Stolberg: Trockenes Brennholz ist in Stolberg Mangelware

Es knistert und knackt, geheimnisvoll züngeln die Flammen, es sieht aus, als ob das lodernde Feuer einen Tanz aufführen würde. Die Wärme, die der Ofen abgibt, ist eine ganz besondere. Behaglich und schön anzusehen — Heizen mit Holz ist begehrt. Auch weil Gas- und Heizölpreise nur eine Richtung kennen: nach oben.

Wer sich allerdings für den nahenden Winter noch nicht eingedeckt haben sollte, wird wohl in die Röhre, oder besser gesagt, in den leeren Ofen schauen. Denn auch wenn der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchengeräte nach einer Umfrage unter 30 Forstämtern festgestellt hat, dass ausreichend Brennholz vorhanden sei und die Nachfrage somit bedient werden könne, stellt es sich in Stolberg anders da. „Vor März kann ich kein Brennholz mehr verkaufen — ich habe nämlich nichts mehr“, betont Theo Preckel.

Der Leiter des städtischen Forstamtes sagt, dass der Rohstoff Holz zwar erfreulicherweise nachwachsend sei, aber der Verbrauch auch steige. Jedes Jahr, weiß der Förster, schaffen sich immer mehr Leute Öfen an. „Man kann dem kaum noch nachkommen, weil die Nachfrage in den letzten Jahren so stark geworden ist.“ Hinzu komme die Tatsache, dass im Nationalpark nichts mehr gemacht werden dürfe und sich die Anfragen aus jenem Raum auch nach Stolberg verlagerten. „Der Druck wird größer“, sagt Preckel.

Die Planungen so gut wie abgeschlossen hat auch das Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde, dem der Forstbetriebsbezirk Zweifall angehört. „Brennholz in dieser Jahreszeit zu bekommen, ist ganz schwierig“, sagt Konrad Hecker. Die Nachfrage sei riesig, aber gewerbliche wie private Kunden seien bereits bedient.

Fast vollständig ausverkauft — so sieht es auch bei Theo Kolberg aus, der mit seinem Betrieb „TK-Brennstoffe“ zwar in Herzogenrath sitzt, sein Holzlager aber in Stolberg hat. Der Bedarf sei in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass er mit dem Ausliefern kaum noch nachkomme.

„Den meisten Leuten wird erst klar, dass sie Kaminholz brauchen, wenn es draußen schon kälter wird. Doch dann bin ich meistens schon ausgelastet“, erläutert Kolberg. Bestellungen zwischen April und Juni könnten ohne weiteres erledigt werden. Aber für denjenigen, der erst im Oktober oder sogar noch später bestellt, sieht es düster aus, „da ist es mir kaum noch möglich, rechtzeitig auszuliefern“.

Der Donnerberger Michael Houben betreibt sein Brennholzgeschäft nun schon seit fast zehn Jahren, und auch er berichtet, dass die Nachfrage nach trockenem Brennholz für den Kamin gestiegen sei. Mit trockenem Holz kann er ebenso wenig wie die anderen dienen.

Besonders beliebt sei bei den Kunden das Holz der Eiche und der Buche. „Wenn ich die Kunden auf andere Holzarten hinweise, wie zum Beispiel die Kiefer oder die Douglasie, die wir ebenfalls im Sortiment haben, lehnen sie dankend ab“ erklärt Houben. Doch er sagt, dass es nicht auf die Holzart, sondern auf den Preis des Holzes ankomme, nach dem sich die Kunden richten.

Als Richtwert gilt: Ein Raummeter trockenes Laubholz ersetzt circa 150 bis 200 Liter Heizöl. Die Preise variieren laut Forstamtsleiter Theo Preckel nach Baumart und Erreichbarkeit, im Handel liegen sie zwischen 70 und 120 Euro für einen Raummeter. Zur Erklärung: Der Raummeter ist die gebräuchlichste Maßeinheit beim Handel mit Brennholz.

Er entspricht einem Würfel von einem Meter Seitenlänge, also einem Rauminhalt von einem Kubikmeter einmetriger, geschichteter Holzscheite, einschließlich der Zwischenräume in der Schichtung. Der Schüttraummeter entspricht einer lose geschütteten Holzmenge von einem Kubikmeter. Und ein Kubikmeter Holz ohne Zwischenräume ist der Festmeter. Während ein Raummeter circa 0,7 Festmeter entspricht, ist ein Schüttraummeter nur noch knapp 0,5 Festmeter.

(ds/pj)
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