Stolberg: Traubenkirschen-Gespinstmotte hüllt ihr Essen ins Seidengewand

Stolberg: Traubenkirschen-Gespinstmotte hüllt ihr Essen ins Seidengewand

Sie sehen sich aus als gehörten sie zur Ausstattung eines stilechten Gruselfilms. Andere Betrachter fühlen sich an spannende Kunstwerke erinnert, die Monika Ortmann aus Strumpfhosen gestaltet und zurzeit im Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion in Monschau zu sehen sind von der Künstlerin, die auch beim Burgen-Parcours am 3.Juli auf den Stolberger Zinnen aktiv sein wird.

Aber weder Kunst noch Film sind die Gestalter der weiß verhüllten Bäume, die beispielsweise entlang der Schützheide zwischen Büsbach und Breinig zu bewundern sind. Es ist Mutter Natur, die hier Hand angelegt hat.

Wie in Watte eingetaucht, wie dünne zerrissene Tücher, wie ein Dornröschen jungfräulich verhüllt präsentieren sich die stattlichen Exemplare der Traubenkirschen. Und es ist ein nur kleiner Schmetterling, der hier große Werke vollendet. Genauer gesagt, es sind seine Larven, die hier ihr Gespinst zur Verpuppung gesponnen haben.

Die Traubenkirschen-Gespinstmotte macht an diesen Bäumen ihrem Namen alle Ehre. Zahlreiche Passanten haben bereits Stolbergs Förster Theo Preckel auf dieses Naturschauspiel angesprochen. „Warum der Falter in diesem Jahr so massiert auftritt kann ich auch nicht sagen”, gesteht der Förster ein. Aber solche Massenentwicklungen sind durchaus typisch für diese Schmetterlingsart.

Die Traubenkirschen-Gespinstmotte (Yponomeuta evonymella) ist ein Nachtfalter, der eine Flügelspannweite von lediglich bis zu 25 Millimetern hat. Silbrig weiß glänzen seine Vorderflügel mit Reihen von schwarzen Punkten; braun mit dunklem Saum sind die Hinterflügel.

Das Leben der Traubenkirschen-Gespinstmotte ist kurz. Anfang Juli bis Mitte August fliegen sie nachts umher. Wenige Tage nach dem Schlüpfen paaren sich die Insekten; das Weibchen legt ihre Eier an den Winterknospen der Traubenkirsche ab. Dort überwintern die jungen Raupen und werden erst mit dem Sprießen der Knospen aktiv.

Vor ihrer Verpuppung spinnen sie dann im Mai und Juni diese dichten Gespinste

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