Stolberg: Tochter angeklagt: Mutter verstirbt mangels Pflege

Stolberg: Tochter angeklagt: Mutter verstirbt mangels Pflege

Wegen des Vorwurfs der „Misshandlung einer Schutzbefohlenen mit Todesfolge“ vor vier Jahren muss sich eine 53-jährige Stolbergerin jetzt vor dem Aachener Landgericht verantworten.

Die 1. Schwurgerichtskammer unter dem Vorsitz von Richter Arno Bormann eröffnet die Hauptverhandlung am Montag, 8. September, um 9 Uhr (Az.: 52 Ks 4/11), bestätigte Gerichtssprecherin Dagmar Krey auf Anfrage unserer Zeitung. Der Angeklagten wird vorgeworfen, die in ihrem Haushalt lebende Mutter so sehr vernachlässigt zu haben, dass diese im August 2010 im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer mangelhaften Pflege gestorben sei.

In der Folge kam es Ende Juni 2010 zum Einsatz eines Notarztes in dem gemeinsamen Haushalt in der Kupferstadt, erklärte für die Aachener Staatsanwaltschaft Pressesprecher Dr. Jost Schützeberg, zu den Vorhaltungen.

Die bettlägrige alte Dame, die sich selbst kaum noch habe bewegen können, sei in einem verwahrlosten Zustand gewesen. Das umfassend auf Hilfe angewiesene Opfer habe unter zahlreichen Druckgeschwüren gelitten. Die 73-Jährige wurde zur weiteren Behandlung in das Stolberger Krankenhaus gebracht, wo sie aber Mitte August an einer Sepsis verstorben sei.

Aufgrund der Angaben der Mediziner im Bethlehem Gesundheitszentrum zu den ungeklärten Umständen in der Todesbescheinigung der Patientin, nahm die Staatsanwaltschaft automatisch die Ermittlungen zur Todesursache auf. Jetzt wirft die Strafverfolgungsbehörde der 53-jährigen Tochter vor, dass die mangelnde Pflege ihrer Schutzbefohlenen ursächlich für den Tod der Mutter gewesen sei.

Einen zweiten Verhandlungstermin hat die Schwurgerichtskammer für Dienstag, 23. September, ab 13.30 Uhr eingeplant.

(-jül-)
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