Stolberg-Münsterbusch: Tippspiel der Woche: FC Stolberg gegen Rhenania Würselen

Stolberg-Münsterbusch : Tippspiel der Woche: FC Stolberg gegen Rhenania Würselen

Eines konnte man den Stolberger A-Ligisten in den vergangenen Jahren bei weitem nicht vorwerfen: fehlende Spannung und langweilige Saisonverläufe. Zweimal in Folge musste die SG Stolberg beispielsweise das Feld in der Rückrunde von ganz hinten aufrollen, um am Ende doch noch den Klassenerhalt feiern zu können. Und auch der FC Stolberg konnte sich in der Vorsaison erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg retten.

In dieser Hinrunde mussten sich immerhin zwei von drei Stolberger Clubs — Aufsteiger Donnerberg sowie die SG — bisher keine ernsthaften Abstiegssorgen machen und werden wohl im oberen Tabellendrittel überwintern. Anders stellt sich hingegen die Situation beim dritten Vertreter, dem FC Stolberg, dar, der sich nach einem desaströsen Saisonstart mit zwei Punkten aus elf Spielen im Oktober noch am Tabellenende der Staffel wiederfand. „Mit dieser Ausbeute kann man normalerweise die Türe abschließen“, illustriert Cheftrainer Holger Peters die fast schon ausweglose Situation der Mannschaft vor zwei Monaten.

Doch die Türe sollte sich schlagartig wieder öffnen. Jürgen Gehlen trat als Coach zurück (wir berichteten), und der FC fand in Peters, der den Verein bereits in der Vorsaison vor dem Abstieg bewahrte, seinen Schlüssel zum Erfolg wieder. Nach seiner Rückkehr an den Glashütter Weiher glückten den bis dato Glücklosen vier Siege in Folge. Auf zwei Niederlagen gegen Konzen und Weiden folgte am vergangen Wochenende der fünfte Sieg im siebten Spiel gegen Lichtenbusch.

Wie konnte diese 360-Grad-Wende innerhalb von zwei Monaten gelingen? Für den neuen alten Teamchef waren dafür vor allem drei Gründe ausschlaggebend. Erstens: die Umstellung von zwei auf drei Trainingseinheiten in der Woche; zweitens: eine Weiterentwicklung im taktischen Bereich und drittens, so Peters, seien einige Spieler auf ihren Positionen getauscht oder gegen andere Akteure aus dem Verein ausgetauscht worden. „In unserer Spielordnung und im taktischen Verhalten sind deutliche Verbesserungen zu erkennen“, freut sich der Dürener. „Es ist jetzt wieder eine echte Chance da, die Klasse zu halten.“

Die „rote Laterne“ hat der FC dabei längst abgegeben und rangiert einen Spieltag vor der Winterpause auf Platz 12 der Kreisliga A. Dennoch sei Vorsicht geboten, warnt Peters vor dem Hintergrund der Reduzierung von 18 auf nur noch 16 Plätze in der Kreisliga A im nächsten Jahr. „Vier Teams steigen auf jeden Fall ab, vielleicht sogar fünf.“

Am Sonntag (Anstoß 14.30 Uhr) trifft der FC im letzten Ligaspiel des Jahres nun auf den Tabellenzehnten Rhenania Würselen und könnte mit einem Sieg den Abstand auf die Abstiegsregion möglicherweise auf komfortable zehn Punkte ausbauen. Doch Peters tritt erneut auf die Euphoriebremse: „Würselen ist eine starke Mannschaft, und ich wäre auch schon mit einem Punkt zufrieden.“ Man müsse sich eben immer wieder daran erinnern, wo man vor wenigen Wochen noch gestanden habe, betont der FC-Retter in spe, der sich in dieser Rolle durchaus wohlfühlt, wie er selbst sagt. Abstiegskampf, das sei doch eine reizvolle Aufgabe. „Mit einer topbesetzten Mannschaft Meister werden ist einfacher, als ein Team in Not vor dem Abstieg bewahren.“ Holger Peters und der FC haben für diese zweite Rettung im zweiten Jahr jetzt noch 16 Spieltage — und eine lange Winterpause — Zeit.