Theaterstück „Macbeth“ begeistert

Aufführung in Stolberg : Theaterstück „Macbeth“ begeistert

In Szene gesetzt wurde die im frühen 17. Jahrhundert von William Shakespeare verfasste weltberühmte Tragödie „Macbeth" jetzt im Saal des Kulturzentrums Frankental von der Alsdorfer Theatergruppe „Kult".

Macbeth (Arne Schön), Feldherr und Thane von Glamis und Cawdor, hat mit der erschlichenen Königswürde die Macht in Schottland an sich gerissen. Zuvor hatte er Amtsvorgänger König Duncan (Kai Stegmann) meuchlings ermordet. Mitwisserin und Mittäterin ist Lady Macbeth (Alina Rombach).

Gemeinsam mit ihrem Gatten etabliert sie in Schottland ein Terrorregime, das für jeden vermeintlichen Gegner nur den Tod übrig hat: In Szene gesetzt wurde die im frühen 17. Jahrhundert von William Shakespeare verfasste weltberühmte Tragödie „Macbeth“ jetzt im Saal des Kulturzentrums Frankental von der Alsdorfer Theatergruppe „Kult“. Die 2005 gegründete Formation, deren 20 Protagonisten derzeit ein Alter von 16 bis 44 Jahre besitzen, nutzte eine Neubearbeitung von Stefan Otto für ihre Darstellung.

Mit gleich zwei Aufführungen am vergangenen Wochenende im Kulturzentrum Frankental konnte die junge Schauspieltruppe ihr Publikum begeistern. Dramaturgie und Choreografie hatten ein hohes Niveau. Die Darstellerrollen waren hervorragend besetzt und wurden der anspruchsvollen Thematik vollauf gerecht. Ebenso glänzend gestaltet waren die Dialoge, die von den jungen Darstellern eine starke Kopfarbeit verlangten. Unterstützt wurde das Geschehen auf der Bühne von einer guten Ton- und Lichttechnik, die nicht mit Effekten und visuellen Eindrücken sparte. Vollauf Fahrt nahm das Geschehen auf der Bühne, als sich in England eine Gegenbewegung gründete, die den Sturz des Despoten und Mörders Macbeth vorantrieb.

Denn in das benachbarte England hatten sich Lady Evelyn (Sarah Schleip), Tochter des ermordeten Königs Duncan, und ihr Gefolge begeben, das unter anderem aus Fleance (Kevin Keller), Macduff (André Mertens) und Lenox (Bjarne Sölter) besteht. Sie stellen eine Streitmacht zusammen, die schließlich den Verräter und Tyrannen Macbeth zur Strecke bringt, indem sie ihn ihrerseits ebenfalls ermordet und Evelyn zur neuen schottischen schottischen Königin proklamiert. Einer gerechten Strafe war zuvor auch Mittäterin Lady Macbeth zugeführt worden. Sie hatte im Wahn Selbstmord begangen.

Nicht ganz frei von Wahnvorstellungen war auch ihr Gatte Macbeth vor dessen herbeigeführten Tod gewesen. Er hatte sich nämlich mit den vier Hexen (Nina Cischatko, Eva Eischet, Maike Mertens und Kathrin Schoenen) eingelassen, die ihm eine glänzende Zukunft voraus gesagt hatten. Allerdings hatte zur Prophezeiung der dunklen Mächte auch der Sturz von Macbeth und dessen nahes Ende gehört. Denn die Gier nach der Macht hatte Macbeth blind gemacht für das Leid seiner Mitmenschen und ihm somit Kaltblütigkeit und Herzlosigkeit beschert.

Regie der glänzend eingestimmten Truppe führte Sigrid Rombach. Nach ihrer Meinung passt das berühmte Shakespeare-Drama in die aktuelle politische Situation, die der Öffentlichkeit in einigen Ländern die Problematik von Macht und deren Missbrauch deutlich mache. Nach dem Stück, das von einer kleinen Pause unterbrochen war, gab es für die Laiendarsteller lang anhaltenden Applaus, der davon begleitet war, das sich das Publikum ausnahmslos von den Sitzen erhob: Hätte man Noten vergeben können.

so wäre selbstverständlich gewesen, dass die jungen Darsteller aus dem Alsdorfer Stadtteil Mariadorf mit der Note Eins Plus bedacht worden wären. Außer den eingangs genannten Darstellern spielten mit: Corinna Spürk, Anna Kolberg, Philipp Frieß und David Rombach.

(doe)
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