Theater 99 gastiert in der Stolberger Burg

Aufführung : Das Theater 99 präsentiert die „Gefährlichen Buhlschaften“

Die „Buhlschaft“, Buhlerei, ist eine veraltete und poetische Bezeichnung für ein Liebesverhältnis. Und davon hatte König Karl einige. In dem Schauspiel „Gefährliche Buhlschaft“ von Jutta Kröhner sind es neben Geva, der Ehefrau seines Freundes Fürst Guidokind, die Kaiserin Irene von Byzanz und Rosalia, Flötenspielerin an seinem Hofe.

Das Zusammentreffen von so viel Weiblichkeit sorgt natürlich für viel Aufregung, und da bleibt die eine oder andere Zwistigkeit nicht aus. Das Drama ist also vorprogrammiert, und bald passiert etwas Schreckliches. Nun müssen Freund Roland und Chronist Einhard Licht ins Dunkel bringen. Ihm zur Seite steht ein Publikum, dem hoffentlich nichts entgeht, so dass es am Ende mit zur Lösung beitragen kann.

Eingebettet in die Handlung ist ein Vier-Gänge-Menü mit Met aus der königlichen Imkerei, Wurzelgemüse mit allerlei „Spezereyen“, Schnetzelfleisch im Brottopf und Aachener Printenspeise. Nach fünf Jahren Abstinenz präsentiert das Theater 99 die „Gefährlichen Buhlschaften“ nun in der Stolberger Burg. Als Beitrag zum Rahmenprogramm des Karlsjahres in Aachen waren sie 2014 das erfolgreichste Team. Aus den ehemals zwölf Vorstellungen im Marschiertor wurden in kürzester Zeit zwanzig. „Wir haben hier ein Alleinstellungsmerkmal“, erklärt die Autorin Jutta Kröhnert, „weil unsere Geschichte um König Karl geschichtliche Bezüge aufweist“.

Die Handlung, die um 800 in Aachen spielt, ist natürlich frei erfunden. Dennoch hat es die Fehde Karls mit den Sachsen gegeben. Seinen einzigen Sachsen-Freund, Fürst Guidokind, konnte Karl vom Christentum überzeugen, nicht aber dessen Ehefrau Geva, in deren Rolle Jutta Kröhnert geschlüpft ist. Anja Setzen spielt die Kaiserin Irene, ein rücksichtloses Aas, durch deren Heirat mit Karl dem Großen ein riesiges Gesamtreich entstanden wäre. Wolfgang Reuther ist der König, sonst ist das Ensemble weitgehend gleich geblieben.

Zum engsten Kreis Karls des Großen zählen der Schreiber Einhard (Michael Kröhnert), der als Erzähler und Conferencier fungiert und Roland alias Helge Landmesser, seine rechte Hand. Bei der Premiere am Samstag, 16. März, übernimmt allerdings Thorsten Schumann diese Rolle. Die orientalische Tänzerin mimt Judith Leonhard. Dann gibt es noch vier Mädchen – Lisa Boesner, Jenny Schnier, Kyra Schumann und Lirije Tahiri –, Töchter des Königs, die in ihren Rollen helfen, die Gäste zu bedienen.

Das Menü hat Serkan Sistermann kreiert, langjähriger Catering-Partner der Vorstellungen in Aachen und jetzt Pächter der Stolberger Burg. Da das Couvenmuseum derzeit renoviert und demzufolge geschlossen ist, hat das mörderische Bankett am Hofe Karls des Großen in der Stolberger Burg kurzfristig eine neue Heimat gefunden. Passend zum Stück ist die Tischdekoration: Linnendecken, Tonbecher, Holzbrettchen und Laternchen weisen auf das 9. Jahrhundert hin.

Und auch die Musik wird live dargeboten. Dafür sorgt die Capella Aquisgrana, ein Ensemble, das auf Barockinstrumenten spielt und der Musik am Hofe sehr nahe kommt. Da die Premiere ausverkauft ist und es für den 6. April nur noch wenige Karten gibt, sei auf die folgenden Termine hingewiesen: 11. Mai, 8. Juni, 24. August, 14. September und 5. Oktober.

Die Vorstellungen beginnen jeweils um 20 Uhr (Einlass ab 19.30 Uhr) und dauern bis ca. 23 Uhr. Der Ticketpreis inklusive mittelalterliches Mahl und Begrüßungsgetränk beträgt 70 Euro. Eine vegetarische Alternative ist möglich. Der Zugang ist barrierefrei (Fahrstuhl vorhanden). Es gibt keine Abendkasse. Tickets unter criminales-bankett@akut-theater99.de oder telefonisch unter 0241/27458 oder 0241/9290959.